LUXEMBURG
NORA SCHLEICH

„Food For Your Senses“ diesmal mit Deluxe-Rahmenprogramm für jedes Alter

Das Food For Your Senses Festival (FFYS) verführt seine Besucher dieses Jahr nicht nur mit musikalischen Acts, sondern weiß vom 4. bis zum 6. August auch mit Zirkus, Performance- und Straßenkunst zu unterhalten. Nick Friedl (28) ist Verantwortlicher für das Rahmenprogramm der diesjährigen Edition und verrät uns heute, mit was der Festivalgänger so alles auf dem Kirchberg verwöhnt werden wird.

Warum sollten nicht bloß Musikinteressierte das FFYS besuchen?

NICK FRIEDL Für die Edition 2017 haben wir wirklich sehr viel Gewicht auf das ganze Rahmenprogramm gelegt. Neben den drei Musikbühnen gibt es noch sehr viel zu entdecken, sodass nicht nur Konzertorientierte auf ihre Kosten kommen können. Da der Name des Festivals bereits auf die verschiedenen Sinne aufmerksam macht, liegt es quasi auf der Hand, das Angebot so weit auszurichten, dass auch jeder Sinn stimuliert wird. Seit ein paar Jahren ist dies das Leitmotiv des Festivals. Dieses Jahr ist nun gezielter versucht worden, ein noch abwechslungsreicheres Programm zu erstellen. Alles was neben der Musik stattfindet, soll nicht für sich selbst bestehen, sondern das Festival abrunden. Der Besucher soll ein großes Event als Ganzes erleben, wo die verschiedenen Elemente ineinander übergreifen. Das „quer durch den Garten“-Prinzip beschreibt dabei die Zusammenstellung eigentlich sehr gut.

Was hält das diesjährige Rahmenprogramm bereit?

FRIEDL Ein großes Highlight was Theater- und Zirkusspektakel anbelangt findet direkt freitags statt: Das 13-köpfige Ensemble „Le Cirque du Platzak“ wird eine Show aufführen, die Live-Musik, Akrobatik, Jonglage und Comedy vereint. „Apollo Swing“ aus Brüssel wird am Samstag einen Tanz-Workshop zum Stil „Lindy Hop“ anbieten. Das ist ein afroamerikanischer Tanzstil aus den 20er und 30er Jahren, und kommt ein wenig Jazzy-Charleston daher. Sonntags gibt es auch einige ganz coole Nummern von Straßenkünstlern, zum Beispiel „Les Têtes d’Affiche“ oder Otto il Bassotto, ein italienischer Künstler, der eine Show mit Ballons vorstellt. Unter anderem wird er sich selbst in einen riesigen Luftballon verwandeln - wie er dies genau macht, das muss man dann vor Ort rausfinden!

Dieses Jahr haben wir zusätzlich eine vierte Bühne aufgebaut, auf der unter anderem Talks zu verschiedenen spezifischen Themen von international anerkannten Experten abgehalten werden. Das geht von politischen Sujets bis hin zur Diskussion futuristischer Visionen: Vorträge wie zum Beispiel „How do we survive on earth?“ oder „Virtually going to space!“ sind dabei. „Actis“ wird auf dieser Bühne ein interaktives Improtheater vorführen, bei dem die Zuschauer live in den Verlauf der einzelnen Szenen miteingebunden werden, so dass sie die dargestellten Situationen aktiv mitgestalten können. Es werden auch Poetry-Slams stattfinden, und der schottische Magier Braidon Morris wird das Publikum verzaubern, und Elias Elastisch kann die Zuschauer mit expressiver Pantomime-Comedy beeindrucken.

Daneben gibt es aber auch noch unser begehrtes Wellness-Zelt, in dem sich alles um das körperliche und geistige Wohl der Besucher dreht. Morgens startet das Programm mit Yoga, gefolgt von einigen Seancen Klangmeditation. Im Zelt kann man sich sogar von Osteopathen massieren lassen, um sich von den eventuellen Strapazen des Festivals zu erholen.

Ganz neu ist dieses Jahr der „Creator’s Market“. Am Samstag und Sonntag werden heimische und internationale Künstler ihre Werke vorstellen und zum Verkauf anbieten. Der Clou ist allerdings, dass jeder der Aussteller zusätzlich einen Workshop organisiert, bei dem die Besucher im „Do it yourself“-Stil auch selbst kreativ werden können. Dies geht von Serigraphie-Ateliers über Geldbörsen-Upcycling und das Schnitzen von Linoleum-Postkarten.

Dieses Jahr soll es auch einen „Family-Day“ geben. Was erwartet die Besucher da?

FRIEDL Natürlich kann man auch an den anderen beiden Tagen mit der Familie das Festival besuchen, aber dieses Jahr wird es sonntags ein speziell auf die Familie zugeschnittenes Programm geben. An diesem Tag haben wir etwas „softere“ Musik-Acts wie Bartleby Delicate oder Martin Kohlstedt eingeplant, Vorführungen verschiedener Straßenkünstler und Tammy Reichling wird zusammen mit einem Schlagzeuger Märchenstunden abhalten. Es wird aber auch ein ganzer Bereich für die Kleinen reserviert sein: Unser „Kids-Corner“ ist samstags wie sonntags geöffnet. Hier können die Kinder neue Gesellschafts- und Geschicklichkeitsspiele mit unseren Animateuren entdecken und ausprobieren. Es warten aber auch noch eine ganze Reihe anderer Spiele, die es vielleicht so in der Form zuhause nicht gibt, auf die jungen Besucher und ihre Eltern.

Muss sich ein modernes Festival mittlerweile immer breitgefächerter aufstellen, um attraktiv bleiben zu können?

FRIEDL Ich denke schon, dass dies immer mehr aufkommen wird. Das Festival besteht nicht mehr nur aus Musik, sondern aus einer Panoplie anderer Aktivitäten. Es werden tatsächlich bereits immer mehr solch facettenreicher Festivals organisiert. Das Festival selbst wird zusehends familientauglicher, sodass das gesamte Kaderprogramm die Interessen dieser Zielgruppe auch gezielt ansprechen soll, damit jeder mitmachen kann. Die Zahl der klassischen Musikfestivals wird geringer, außer den ganz großen scheint jeder sich weiter zu orientieren. Für uns ist das große Kaderprogramm dieses Jahr ein Test, es gilt herauszufinden, wie dies auf- und angenommen wird - dann erst können wir sehen, wo es in der Zukunft für uns hingehen wird. Wir würden uns aber selbstverständlich freuen, wenn unsere Vielfalt gut ankommen würde. Auf jeden Fall hatten wir das ganze Jahr über echt viel Spaß dabei, uns all die tollen Events auszudenken und die Umsetzung zu planen.


Weitere Informationen unter www.ffys.eu