CLAUDE KARGER

„Die Macht im Weltraum“, „Goldrausch im All“, „Luxemburg will in die Top Ten der Weltraum-Nationen“ - der internationale Blätterwald rauscht nur so von Begeisterung ob der Vorstöße des Großherzogtums in Sachen „Asteroidenmelken“. „Erst Bergbaustandort. Dann Steuerparadies und Mekka für Finanzdienstleistungen. Und künftig Drehkreuz für die Erschließung von Rohstoffen aus dem Himmel - das kleine Luxemburg will hoch hinaus“, schreibt etwa die „Berliner Morgenpost“ und unterstreicht, wie wichtig das aufsehenerregende Projekt auch für unser „Nation Branding“ weg von der zwielichtigen Steueroase ist. Und schließlich fängt immer der frühe Vogel den Wurm. Die B.M. zitiert etwa den US-Astrophysiker Neil deGrasse Tyson so: „Der erste Trillionär der Menschheit ist der, der zuerst Bergbau im All betreibt.“ Merke: „Im Englischen ist damit eine 1 mit zwölf Nullen gemeint“. Nasa-Experten haben vorgerechnet: „Ein Asteroid mit einem Durchmesser von 500 Metern enthalte so viel Platin, wie insgesamt auf der Erde in fünf Jahren nicht geschürft wird - Gegenwert: unvorstellbare 100 Billionen Dollar“. Naja, zunächst muss man aber mal so einen Asteroidenmelker ins All bekommen, nachdem man selbstverständlich erstmal geklärt hat, wem der „Himmelsschatz“ denn gehört. Lässt sich sicher alles machen. Und die Renten wären auch gesichert.