CLAUDE KARGER

„Facettenreiche Zusammenarbeit - Staatsbesuch: Keine Zeit zum Atmen“, titelte gestern das „T“ zum belgischen Staatsbesuch, der in der Tat einem zünftigen Marathonlauf glich.

Dass trotz Sauerstoffmangels aber keiner der Souveränen umkippte, grenzt da schon fast an ein Wunder. Sicher waren die belgischen Königs gestern froh, wieder in den Bummelzug nach Brüssel zu steigen, in dem man auf jeden Fall Muße zum Durchatmen hat. „Il faut près de quatre heures pour rallier Bruxelles depuis Luxembourg-Ville, avec des trains mettant une heure de plus aujourd‘hui qu‘il y a soixante ans, beschreibt unsere derzeit wegen einer Meniskus-OP etwas bewegungseingeschränkte - gute Besserung! - Großherzogin „avec un léger sourire“ im „Paris Match“ die Geduldsprobe Zugreise in die belgische Kapitale, die sie eigentlich ganz gerne mag, genau wie die Nachbarn: „j‘aime beaucoup les Belges, je m‘amuse toujours beaucoup avec eux“. Das beruht sicher auf Gegenseitigkeit, auch wenn die „Luxembourgeois beaucoup plus réservés“ sind und darüber hinaus Meister der Diskretion. Meister dieser Meister ist freilich der Hof, der allerdings nun mal von einem Sonderbeauftragten durchleuchtet wird. „Vu de l‘extérieur, tout est joli, on ne voit que tapis rouge et papier glacé, mais ce n‘est pas si simple“, verriet die Staatschefgattin „Paris Match“. Das glauben wir gern.