LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Ein Promille der europäischen Arbeitnehmer sind „Pompjeeën“

Feuerwehrleute löschen nur noch bei wenigen Einsätzen Brände. Dafür stehen sie aber vielfach an anderen Stellen an vorderster Front, in der Regel bei Autounfällen und anderen Katastrophen. Vielfach ist auch der Ambulanzdienst eine ihrer zentralen Aufgaben - und damit gehören die Feuerwehrleute in der Corona-Krise zu den Kämpfern in der ersten Reihe. Anlässlich des gestrigen internationalen Feuerwehrtages hat, das europäische Statistikamt Eurostat eine Mitteilung veröffentlicht, in der die Ausgaben der EU-Staaten für die Arbeit ihrer Feuerwehren vorgestellt werden.

240.000 Berufsfeuerwehrleute

Natürlich liegen jetzt nur Zahlen für das vergangene Jahr vor. 2019 waren in den 22 EU-Mitgliedstaaten, für die Eurostat Daten erfassen konnte, fast 240.000 Personen als Feuerwehrleute beschäftigt, was einem Promille der Gesamtbeschäftigung in der Europäischen Union entspricht. Laut Eurostat gibt es keine Zahlen (2019) über die Beschäftigungsquote von Feuerwehrleuten in Dänemark, Spanien, Griechenland und Portugal.

Den höchsten Anteil von Feuerwehrleuten an der Zahl der Gesamtbeschäftigten haben Estland, Zypern und Lettland mit jeweils 0,4 Prozent aller Arbeitnehmer. Was, wie weitere Statistiken zeigen, nicht unbedingt mit dem Anteil an den staatlichen Ausgaben korreliert.

30 Milliarden Euro für Brandschutz

2018 gaben 27 EU-Staaten für „Brandschutzdienste“ gemeinsam 29,5 Milliarden Euro aus. Diese Summe entspricht 0,5 Prozent der Staatsausgaben, diese liegen damit weit unterhalb des Betrags, der für Polizeidienste ausgegeben wurde - 1,9% der staatlichen Gesamtausgaben im Jahr 2018.

Seit der erstmaligen Statistik über die staatlichen Aufwendungen für Brandschutz im Jahr 2001 ist die Quote mit 0,4 bis 0,5 Prozent aber ziemlich stabil geblieben.

Variation der Kosten

Erstaunlich ist auf den ersten Blick die starke Variation der Brandschutzausgaben im Verhältnis zu den staatlichen Gesamtausgaben in den EU-Mitgliedstaaten. Die niedrigsten Ausgaben mit einem Anteil von nur 0,1 Prozent der Gesamtausgaben hat Dänemark, danach folgen Malta mit 0,2 Prozent und Irland, Österreich, Portugal und Slowenien mit 0,3 Prozent. Bis zu 0,7 Prozent beläuft sich der Anteil in Tschechien und Litauen, 0,8 Prozent in Rumänien und 0,9 Prozent in Bulgarien - was damit den höchsten Anteil am Gesamthaushalt erreicht. Acht EU- und EFTA-Länder liegen im Europäischen Durchschnitt von 0,5 Prozent, darunter Deutschland und Frankreich. Luxemburg liegt zusammen mit Belgien und anderen Staaten mit 0,4 Prozent knapp unter dem EU-Schnitt.