NIC. DICKEN

Nur zwei wichtige Stichdaten trennen uns noch vom 8. Oktober 2017, wenn im ganzen Land die kommunalen Parlamente neu beschickt werden. Noch bis zum 13. Juli haben alle bei uns lebenden Bürger mit ausländischem Pass Zeit, sich auf den Wählerlisten eintragen zu lassen, wenn sie im Herbst über die neue Zusammensetzung der Gemeinderäte, die ja auch ihre Lebensbedingungen im wesentlichen festsetzen, mitbestimmen wollen. Erst zum Ende der Sommerferien, am 8. September, läuft dann die Frist ab für diejenigen, die in den nächsten sechs Jahren den Lauf der Dinge in ihrem kommunalen Umfeld konkret mitgestalten wollen.

Wenn es bislang auf breiter Front noch eher ruhig und gelassen zuging, so regt sich doch zunehmend eine gewisse Nervosität nicht nur in einzelnen Parteizentralen, die noch mit der Bestückung der einen oder anderen Kandidatenliste beschäftigt sind, sondern in den kleineren Gemeinden, wo immer noch nach dem Mehrheitswahlrecht bestimmt wird, wer in Zukunft an der Führung der lokalen Politik beteiligt sein wird.

Es hat sich bei den letzten kommunalen Wahlgängen in zunehmendem Maße herausgestellt, dass Leute, Frauen und Männer, die von ihren Fähigkeiten und Kenntnissen her bestens für eine Mitsprache im Gemeinderat und im Schöffenrat geeignet wären, kaum Interesse für einen Posten in diesen Gremien zeigen, das angesichts einer kaum nennenswerten Besoldung nach wie vor als Freiwilligendienst gelten muss, mit dem man sich zudem einer breiten öffentlichen Kritik aussetzt, die zudem nicht immer sachbezogen daherkommt.

Dabei brauchen die Kommunen qualitativ hochwertige Führungsleute, weil das Maß an Verantwortung und die Bandbreite der Zuständigkeiten konstant zunehmen und weitaus höhere Anforderungen stellen, als dies noch in den 60er oder 70er Jahren der Fall war. Die unterschiedlichen Entwicklungskurven, die nicht immer mit der territorialen oder demographischen Größe der Gemeinden zu tun haben, zeigen, wie wichtig es ist, Leute mit der Gemeindeführung zu betrauen, die sehr wohl Erreichtes bewahren und schützen, unbedingt aber auch Neues schaffen wollen, mit dem sich die Lebensbedingungen für alle Bürger verbessern lassen.

Nicht anders als in einem Staat zählt gerade auch auf kommunaler Ebene ein möglichst konstruktives und friedvolles Miteinander, das die Lebensqualität nicht unwesentlich bestimmt. Dies wiederum bedingt einen vielleicht nicht permanenten, aber doch zumindest regelmäßigen Dialog mit den Bürgern, die oftmals ganz andere Vorstellungen haben von der Ortsgestaltung und den Orientierungen in verschiedenen Bereichen, als sich die noch so besonnen agierenden Gemeindemütter und -väter das vorstellen.

Die Rolle als aktiver Gemeindepolitiker ist weniger ein Privileg als vielmehr eine Aufgabe, eine Verpflichtung, die am Ende aber zu sehr viel persönlicher Genugtuung führen kann.