LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Luxemburg sieht sich in Sachen Ebola gut vorbereitet

Die Gefahr ist minimal, aber trotzdem will man auf alles vorbereitet sein. Die Sache scheint so wichtig, dass nicht nur Innenminister Dan Kersch und Gesundheitsministerin Lydia Mutsch sondern auch Premierminister Xavier Bettel gestern auf dem Flughafen vor die Presse traten, um über den Fall der Fälle - einen Ebolafall in Luxemburg - zu sprechen.

Eines betonten alle drei: Wer in den nächsten Tagen medizinische Kräfte im CHL oder Rettungssanitäter in futuristischen Raumanzügen antrifft, muss nicht fürchten, dass es nun den ersten Ebola-Fall in Luxemburg gibt. Es handelt sich um eine von vielen Übungen. Es wird in nächster Zeit fleißig der Umgang mit hochansteckenden Patienten geübt werden.

Da der Flughafen die wahrscheinlichste Einfallsschneise für einen Ebola-Patienten ist, konzentriert sich zunächst alles auf dem Findel. Dort sind Räume für die Quarantäne von Passagieren, die unter Ebola-Verdacht stehen, vorbereitet. Die städtische Berufsfeuerwehr und das Einsatzzentrum in Düdelingen verfügen über je einen Krankentransportwagen, der für den Transport von hochansteckenden Patienten vorbereitet ist. Jeder dieser Wagen ist mit einer sechsköpfigen Mannschaft besetzt, normal sind zwei bis drei Rettungskräfte. Das Centre Hospitalier Luxembourg ist entsprechend vorbereitet.

Die Gesundheitsdirektion hat sich bereits den Zugriff auf eine gewisse Menge des einzigen zugelassenen Ebola-Medikamentes gesichert. Für den Fall einer Überlastung der luxemburgischen Mediziner, d.h. durch mehrere Ebola-Patienten, haben die Gesundheitsminister Deutschlands und Frankreichs die Hilfe von Kliniken in Düsseldorf, Straßburg und Nancy zugesagt. In das Risiko-Management eines möglichen Ebolafalls ist auch die Luxembourg Air Rescue eingebunden, einer ihrer Ambulanz-Jets wird entsprechend ausgerüstet, um einen erkrankten Helfer aus Westafrika nach Luxemburg zurückholen zu können. In diesem Zusammenhang dankte Premierminister Bettel den Ärzten ohne Grenzen für ihren Einsatz in Afrika und der Cargolux für deren logistische Unterstützung

Bei Symptomen sofort 112 wählen

Die Koordination bei einer möglichen Ebola-Erkrankung liegt in allen Fällen bei der Rettungsleitstelle 112. Wer in den letzten drei Wochen in Afrika war und mögliche Symptome von Ebola an sich erkennt oder bei einer anderen Person die entsprechende Symptomatik feststellt, soll weder seinen Hausarzt noch ein Krankenhaus aufsuchen, sondern unter allen Umständen die Leitstelle unter 112 alarmieren. Dort wird alles weitere veranlasst werden.

Gesundheitsministerin Lydia Mutsch brachte es auf den Punkt: „Das Risiko ist klein, aber es gibt kein Nullrisiko.“