LUXEMBURG/DÜDELINGEN
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Gemeinderat Düdelingen beschließt erste Änderung des PAG für das Viertel „Neischmelz“

Der Gemeinderat der alten Stahlstadt Düdelingen hat gestern mit einer punktuellen Änderung den Weg frei gemacht, um ein lang geplantes Projekt auf den Weg zu bringen.

Wobei lang wirklich lang heißt, die Diskussion um die Umnutzung alter Stahlwerkstandorte, heute Industriebrachen, dauert schon Jahrzehnte an. Bewegung in die festgefahrene Situation ist erst 2016 gekommen, als sich der Staat und der Stahlgigant ArcelorMittal auf eine landesweite Übernahme zahlreicher Brachen einigen konnten. Damit entstand erstmals für Staat und Gemeinden, in diesem Fall für Düdelingen, ebenso für die Wohnungsbaugesellschaften, Planungssicherheit.

Biancalana jubelt

Der Düdelinger Bürgermeister Dan Biancalana pries die Entscheidung gestern auf seiner Facebook-Seite: „Den Diddelenger Gemengerot huet haut dem „Projet Neischmelz“ gréng Luut gin an offiziell an d’Prozedur geschéckt. En wichtegen historeschen Moment! Vun der industrieller Vergaangenheet Richtung Eco-Quartier. En Wandel vun der Forge du Sud zur Forge de l’Avenir.“

Damit ist nach den Übernahmen des Jahres 2016 ein echter administrativer Anfang gemacht worden. Am Ende werden aber dreißig Jahre vergangen sein, von der Schließung des Stahlstandortes „Laminoir“ in Düdelingen 2005 bis zur vermutlichen Fertigstellung der letzten Wohnungen im neuen Stadtviertel „Neischmelz“, das in einer Bauzeit von 15 Jahren, gerechnet ab 2019, auf diesem Gelände entsteht. Damit würden 2034 die letzten neuen Bewohner dort einziehen

Mit dem neuen Stadtviertel wird auch eine Verbindung der bisher voneinander isolierten Stadtviertel „Italien“ und „Schmelz“ entstehen. Mit der Änderung des allgemeinen Bebauungsplans ist nun der Weg frei für die Ausarbeitung und Verabschiedung eines detaillierten Teilbebauungsplans (PAP) für den ersten Bauabschnitt. Aufgeteilt in vier Teilbebauungspläne will die staatliche Wohnungsbaugesellschaft „Fonds du Logement“ mindestens eintausend Wohnungen bauen, im Schnitt einhundert Stück pro Jahr. Allerdings muss fast das ganze Gelände - bis auf die Standorte der ehemaligen Verwaltungsgebäude - umfassend von Altlasten, insbesondere Schwermetallen, im Boden saniert werden.

Wichtige Teile der historischen Industriearchitektur bleiben erhalten, sei es
für kulturelle Veranstaltungen oder soziale Projekte, sei es für die Ansiedlung kleiner Gewerbe- und Handwerksbetriebe. Die gesamte Umgestaltung des Areals und das Entstehen des Viertels „Neischmelz“ wird von der Stadt Düdelingen und zahlreichen Freiwilligen sozial und kulturell begleitet.