LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Leaseplan: Konferenz zur Zukunft der Firmenwagen - MDDI erläutert steuerliche Vorteile

Elektromobilität ist für die einen der Königsweg zu einer sauberen Mobilität, für andere ist es nichts als eine ökologische Mogelpackung, die sich die lokale Emissionsfreiheit teuer erkauft , weil sie Fragen der Energiegewinnung und der Produktion und Entsorgung von Batterien ganz außer Acht lässt.

Wie sehen nun große Flottenbetreiber Chancen, Möglichkeiten und Risiken des elektrischen Fahrens? Der weltweit größte, das Unternehmen „Leaseplan“, hatte gestern zu einer Konferenz in Luxemburg-Kirchberg eingeladen, die sich mit dem Thema Elektromobilität aus Sicht des Unternehmens beschäftigte. Zu den Gastrednern gehörten allerdings auch Vertreter des für Verkehr zuständigen Nachhaltigkeits- und Infrastrukturministeriums, laut Tagesordnung sollte das Schlusswort der Konferenz Minister Bausch gehören.

Leaseplan, zu Beginn der 1960er gegründet, ist Eigentümer von 1,7 Millionen Fahrzeugen, die in 32 Ländern an gewerbliche Kunden via Leasing weitergegeben werden. In Luxemburg stellt das Unternehmen, das seit 30 Jahren vor Ort ist mit einhundert Mitarbeitern rund 1.000 Kunden etwa 10.000 Fahrzeuge zur Verfügung.

Wirtschaft und Politik Hand in Hand?

In das Thema Elektromobilität aus unternehmerischer Sicht führte zunächst Joël Fernandes, „Country manager“ von Leaseplan für Luxemburg ein. Gilles Caspar (MDDI) erläuterte den etwa 80 Teilnehmern der Tagung, die Regierungsstrategie in Sachen E-Mobilität. Von den Zuschüssen für private E-Auto-Käufer bis zu den steuerlichen Vorteilen für Unternehmen die ihre Fahrzeugflotte auf rein elektrische oder Hybrid-Fahrzeuge umstellen. Erfreulich ist, dass nicht nur batterieelektrische Fahrzeuge, sondern auch Wagen mit einer Brennstoffzelle gefördert werden. Caspar unterstrich die Anstrengungen des Staates die eigenen Fahrzeugflotten entsprechend umzustellen und auch im Personennahverkehr, also bei Bussen, auf alternative Antriebe zu setzen, etwa mit Plug-in Hybrid oder vollelektrischen Bussen auf der RGTR-Linie 226.

Dennoch waren die nackten Zahlen die Caspar nannte ernüchternd, zwar hat der Marktanteil der E-Mobile (Batterie plus Hybride) den Promillebereich verlassen, liegt aber trotz aller Anstrengungen und staatlichen Förderungen bei nur zwei Prozent. 2017 wurden in Luxemburg 366 (2016: 139) vollelektrische Autos zugelassen sowie 714 Hybrid-Fahrzeuge (170 in 2016) - geringe Zahlen angesichts einer Förderung von 5.000 Euro für private Elektroautos und angekündigten 800 Ladestationen.

Paradigmenwechsel

Zu den Herausforderungen für ein Unternehmen wie Leaseplan gehört es, die Nachfrage des Marktes - im Hinblick auf die Kundenwünsche bei Fahrzeugflotten - und den eigenen Willen zur Nachhaltigkeit unter einen Hut zu kriegen. Das Unternehmen selbst spricht von einem grundsätzlichen Paradigmenwechsel.

Im Laufe des Vormittags wurden alle Aspekte, sowohl in Vorträgen, als auch in einer Podiumsdiskussion angesprochen, schließlich geht es um strategische Entscheidungen mit einem langen Nachklang. Der Übergang zu Elektromobilität will sorgfältig geplant und gehandhabt werden.

Am Nachmittag standen den Konferenzteilnehmern eine ganze Reihe von Elektroautos zur Verfügung, darunter elektrischer Ableger gängiger Modelle aber auch Fahrzeuge von reinen Elektroautoherstellern.