LUXEMBURG
LJ

In den Bock-Kasematten wird die Geschichte der ehemaligen Festungsstadt zum Erlebnis

Seit einigen Tagen sind die Bock-Kasematten in Luxemburg-Stadt (Eingang: Montée de Clausen) erneut für die Besucher zugänglich. Die labyrinthartigen unterirdischen Galerien, die am 17. Dezember 1994 von der UNESCO in die Liste des Welterbes aufgenommen wurden, sind einzigartig. In den unterirdischen Kasematten im mächtigen Bockfelsen wird die Geschichte der einstigen Festungsstadt zum Erlebnis.

1745/1746 unter den Österreichern erbaut

Die Bock-Kasematten wurden in den Jahren 1745/1746 unter den Österreichern als Verteidigungsgänge angelegt. Sie gehörten zu einem weitläufigen Tunnel-Netzwerk mit einer Gesamtlänge von 23 Kilometern. Auf mehreren Etagen wurden die unterirdischen Galerien bis zu 40 Metern in die Tiefe des Felsens gehauen beziehungsweise gesprengt. Der über 60 Meter lange Hauptgang führt zu den Felsenkammern, wo die Besucher aus den erweiterten Schießscharten fabelhafte Aussichten genießen können. Der 47 Meter tiefe Melusinabrunnen erregt Staunen durch die Geometrie seines mit beispielloser Geduld in den Felsen gehauenen tiefen Schachtes.

Heute noch 17 Kilometer Kasematten

Während vier Jahrhunderten lebte Luxemburg nacheinander unter der Fremdherrschaft der Burgunder, Spanier, Franzosen, Österreicher sowie Preußen, deren beste Ingenieure Luxemburg zu einer der begehrtesten Festungen Europas ausbauten: das „Gibraltar des Nordens“. Nach der Schleifung der Festung durch den Londoner Vertrag von 1867, der unter anderem die Neutralität Luxemburgs etablierte, blieben 17 Kilometer der Kasemattenanlagen erhalten, die im 20. Jahrhundert teilweise touristisch erschlossen wurden. Zu dem Großereignis „Luxemburg - europäische Kulturhauptstadt 1995“ wurde der Zugang zu den Bock-Kasematten neu angelegt. In den Jahren 2008-2009 wurden die Bock-Kasematten renoviert und gesichert.

Die Öffnungszeiten

Geöffnet sind die Bock-Kasematten bis zum Sonntag, 4. November 2018, und zwar: bis zum 29. März täglich von 10.00 bis 17.00; vom 30. März bis zum 30. September, täglich von 10.00 bis 20.00 sowie vom 1. Oktober bis 4. November, täglich von 10.00 bis 17.00.

Weitere Informationen: „Luxembourg City Tourist Office“ (LCTO). Telefon 22 28 09.