LUXEMBURG
INGO ZWANK

Jägerföderation informiert über anstehende Treibjagden - Eisiger Dialog mit Politik taut auf

Alle Jahre wieder - wenn die Tage kürzer werden und es kälter wird, dann heißt es auch wieder: Es geht auf die Jagd.

Im Herbst und Winter laufen die Bewegungsjagden, wie die Jäger die Treib- oder Drückjagden nennen. Rot umrandete Dreiecke mit Aufdrucken wie „Treibjagd“ oder „Vorsicht Jagd“ machen an Straßen sowie Wald- und Feldwegen darauf aufmerksam, präzisieren Vic Mousel und Marc Glesener von der Jägerföderation FSHCL (Fédération Saint-Hubert des Chasseurs du Grand-Duché de Luxembourg mit 2.200 Jägern), die mit ihrem Präsidenten Georges Jacobs über dieses Thema anlässlich einer Pressekonferenz informierten.

Sorgfaltspflicht

„Es gehört zur Sorgfaltspflicht, die Schilder aufzustellen. Nun ist es wichtig, dass Waldbesucher sie auch beachten“, so Glesener. Dabei wurde durch ihn unterstrichen, dass „auf Sicherheit im Jagdbetrieb größten Wert gelegt wird. Um Jagdteilnehmer und Unbeteiligte vor Gefahren zu schützen, gelten strenge Regeln. Insbesondere bei Treibjagden müssen sich alle Beteiligten durch signalfarbene Kleidung deutlich von der Umgebung abheben.“ Die Jäger betonen: „Die Treibjagd gilt jagdökologisch als effizienteste Form, dies bestätigen auch Wildbiologen.“ Bei diesen nun anstehenden Bewegungsjagden ziehen zahlreiche Treiber und Hunde langsam durch den Wald. Durch die dabei entstehende Unruhe werden Rehe, und Wildschweine auf die Beine gebracht. „Und mit den Jagden erfüllen die Jäger einen Großteil der staatlichen Abschusspläne und produzieren dabei Wildfleisch, ein hochwertiges Nahrungsmittel aus nachhaltiger Nutzung“, sagt Mousel.

Wildschäden regeln

Denn ohne die Bejagung würden sich beispielsweise Pflanzenfresser wie Reh- oder Rotwild stark vermehren und Bäume im Wald schädigen. Wildschweine könnten ihren Bestand ohne Jagd übers Jahr sogar vervierfachen. Doch die vom Staat beim Rehwild vorgesehenen Abschusspläne auf zwei Jahre sahen 12.742 Tiere vor, geschossen wurden aber nur 11.325. Bei den Wildschweinen sahen die Pläne 13.470 Tiere vor, geschossen wurden aber nur 8.184, ein Minus von 5.286 Tieren, dies bedingt unter anderem durch die riesigen, nicht mehr bejagdbaren Maisflächen. Dabei muss betont werden, dass „der jährliche Wildschaden längst die 400.000 Euro Grenze überschreitet. Dieser Schaden wird zu 100 Prozent von den Jägern getragen. Der absolut größte Schaden wird hier von den Wildschweinen mit rund 300.000 Euro verursacht“, sagen Mousel und Glesener.

Dialogbereitschaft

Zufrieden zeigten sich die Jäger über den Umstand, dass das frostige Verhältnis zur Politik wieder etwas auftaut. „Der Dialog ist bekanntlich wieder angelaufen“, so Glesener mit Blick auf die Schlichtungsaktion von Seiten des Premierministers. „Der Ball liegt nun aber bei der Politik, am 9. November steht ein weiteres Treffen an und wir treten an“, heißt es von der Jägerföderation. Bezugnehmend auf die mögliche Rückkehr des Wolfs sagte Jacobs: „Er steht vor der Tür. Und die FSHCL begrüßt diese natürliche Rückkehr des Top-Beutegreifers Wolf grundsätzlich, es ist ein Gewinn für die Biodiversität. Als anerkannte Naturschutz-Organisation sind Biotop- und Habitatschutz, sowie eine natürliche Artenvielfalt vorrangige Zielinteressen der FSHCL. Wir stellen diesbezüglich keine Forderung, wenn wir gefragt werden, dann helfen wir sehr gerne!“


Weitere Infos gibt es auch auf www.fshcl.lu