LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

30 Jahre nach „Mad Max 3“ folgt „Mad Max: Fury Road“

Mit „Mad Max“ drehte der australische Regisseur George Miller 1979 einen Klassiker des Action- und Science-Fiction-Films und machte den Hauptdarsteller Mel Gibson zu einem Weltstar. Es folgten zwei weitere Teile „Mad Max 2“ (1981) und „Mad Max: Beyond Thunderdome“ (1985). Diese drei Teile legten noch etwas Wert auf eine Geschichte und hatten teilweise eine ökologischen Botschaft. Der vierte Teil „Mad Max: Fury Road“ kostete schlappe 150 Millionen Dollar und ist nichts weiter als eine zwei Stunden dauernde Verfolgungsjagd in 3D.

Nach Osten geht die Reise

Eine voice-over-Stimme erklärt, dass die Welt zerstört wurde, dass das Wasser knapp geworden ist, und dass Max Rockatansky (Tom Hardy) ein ehemaliger Polizist ist. Der gute Max wird von der Bande des alles beherrschenden Immortan Joe (Hugh Keays-Byrne) gefangen genommen und dient dem schwächlichen Nux (Nicolas Hoult) nun als Blutspender - ein Schlauch und eine Kette verbinden die zwei.

Da Nux unbedingt die einarmige Gehilfin von Joe, Furiosa (Charlize Theron; sie und Hoult spielen übrigens zusammen im Film „Dark Places“), auf ihrem Weg nach Gas-Town begleiten will, muss auch Max mit. Nur hat Furiosa andere Pläne: Sie will mit den fünf Lieblingsfrauen von Joe in eine bessere Welt im Osten abhauen, die sie als Kind kannte. Dagegen hat Joe etwas einzuwenden und schickt seine ganze Armee samt einem Musik-Wagen hinterher. Inzwischen hat Furiosa in Max einen tapferen und cleveren Helfer gefunden, und auch Nux erwirbt sich die Gunst von Furiosa.

Keinen Hunger, keinen Durst

Das Erstaunliche am Film ist, dass bis auf eine Szene niemand etwas trinkt, und das in einem Land, wo die Temperaturen unerträglich sein müssen. Immortans Krieger laufen trotzdem ohne irgendwelche Kleider herum, um ihre Oberkörper zu schützen. Gegessen werden lediglich eine zweiköpfige Eidechse von Max und ein Käfer von Nux. Zu was dient die mit transportierte Muttermilch? Nun ja, in anderen Filmen essen und trinken die Helden auch nichts!

Das zweite Unding ist, dass die ganze Armada aus Fantasieautos, Motorrädern und Lastwagen nie aufgetankt wird. Ja, in anderen Filmen macht auch kein Auto bei einer Tankstelle halt. Was sollen die Szenen, in denen Max seinen toten Sohn sieht? Sie dienen nur als Schreckmomente, ohne Sinn und ohne Zweck. Dann explodieren Autos und Motorräder am laufenden Band, Körper fliegen durch die Luft.

Alles ist so schnell gefilmt und geschnitten, dass das Hirn spätestens nach zwei Minuten den Geist aufgibt und das Gezeigte als bare Münze verarbeitet - jedenfalls bei allen, die diesen Film gut finden. Zugegeben, die 3D-Effekte mit am Zuschauer vorbei fliegenden Auto-, Motorrad- und Körperteilen sind nicht schlecht, genügen aber keineswegs, um die knappe Geschichte zu ersetzten. So könnte der Film auch „Mad Max auf der Straße des Schwachsinns“ heißen, in einem Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Das Grausamste allerdings ist, dass noch drei weitere Teile folgen sollen.