ED GOEDERT

Das Autofestival steht vor der Tür. Vom 28. Januar bis zum 6. Februar lockt die dezentrale Veranstaltung von „Association des Distributeurs Automobiles Luxembourgeois“ (ADAL) und „Fédération des Garagistes du Grand-Duché de Luxembourg“ (Fegarlux) die kaufwilligen Autofreunde in die Showrooms der unterschiedlichsten Markenhäuser. Für die Konzessionäre sieht ADAL-Präsident Ed Goedert in der Zukunft eine besondere Herausforderung: Dem Kunden und seinem Mobilitätswunsch gerecht werden.

„Die aktuelle Marktsituation bei uns ist sehr zufriedenstellend. Wir haben über 50.000 Neuwagen verkauft. Es läuft gut. Wir können feststellen, dass der Trend der letzten Jahre sich nicht wesentlich geändert hat, was Modelle und Ausstattung anbelangt. Der Luxemburger liebt sein gut ausgestattetes Auto, und das muss sicher sein. Das E-Auto wird wohl weiter kämpfen müssen, um einen kleinen Marktanteil zu halten. Dies kann sich zwar ändern, doch wir Konzessionäre sind das letzte Glied in der Kette. Zuerst ist die Industrie gefragt, dass die entsprechenden Produkte auch interessant sind. Dann ist der Gesetzgeber an der Reihe, und dann kommen wir ins Spiel, wir, die auf den Kunden eingehen müssen.

Dabei wird die Auto-Zukunft in Luxemburg wohl nicht anders sein als die in anderen Ländern der EU - dies liegt aber in der Hand der Autokonstrukteure, welche bestimmt noch viele revolutionäre Produkte in den nächsten Jahren auf den Markt bringen.

Doch spürt man Veränderungen: Ich glaube, man merkt, dass der Luxemburger Käufer sein Verhalten leicht geändert hat - vor allem die Jugend zeigt nicht mehr das gleiche Interesse am Auto wie früher. Das Auto verleiht weniger Statussymbol- der Kaufentscheid wird etwas rationeller, obschon dass das Auto für viele Leute immer noch Freiheit, Besitz und Spaß bedeutet.

Spricht man die Mobilität an, so steht das Auto zwar weiterhin an erster Stelle, auch wenn wir auf eine Verteilung 75/25 Prozent privatem zu öffentlichem Transport kommen. Doch hier müssen wir Konzessionäre ansetzen. Denn der Kunde fragt sich immer häufiger: Wo und wann brauche ich das Auto? Wo und wann den öffentlichen Transport? Wir Autohändler müssen daher innovative Mobilitätslösungen entwickeln und anbieten. Dazu zählen ohne Zweifel neue Nutzungsformen und integrierte Transportmodelle. Die Kunden entwickeln eine neue, umfassendere Vorstellung von Mobilität, die auf Sicherheit, vollständige Information und Umweltschutz setzt. Da könnte man sich vorstellen, dass der Kunde in die Garage mit einem Budget von 800 Euro monatlich kommt und erklärt, dass er größtenteils einen kleinen Wagen benötige, aber auch Bus und Zug nutzt - und dann bekommt er ein Gesamtmobilitätskonzept angeboten, das auf ihn zugeschnitten ist. 80 Prozent der Autobesitzer sind Kunde in der Garage ihres Vertrauens. Doch wir dürfen nicht nur weiter in eine Richtung fahren. Nur wer sich dieser flotten Herausforderung stellt, wird auch dann im Zug ganz vorne sitzen. Was damit die Mobilität angeht, so müssen bei dieser Herausforderung in Zukunft viele Bereiche Hand in Hand gehen, und dazu zählt auch der Elektromobilitätsaspekt in all seinen Facetten wie beispielsweise E-Bikes oder auch E-Scooters.“