KNEIFF
CLAUDE KARGER

Urlaubszeit, das ist auch Entdeckungszeit, die Gelegenheit, das Land und die Grossregion richtig kennen zu lernen. In einer kleinen Serie widmen wir uns den „extremen“ Punkten Luxemburgs – höchster, tiefster, südlichster, nördlichster, westlicher und östlichster - und ihrer Umgegend. Schon auf dem Weg dorthin kann man viel vom „Ländchen“ entdecken. Wir besuchten den höchsten Punkt des Grossherzogtums.

„Burrigplatz, Point culminant du Grand-Duché, 558,35 M“ steht auf dem Holzschild neben dem mobilfunkantennenbewehrten Wasserturm von Huldingen (Gemeinde Ulflingen (Troisvierges)), das ruhig eine Säuberung samt Neuanstrich vertragen könnte. Aber vielleicht kommt es irgendwann auch ganz weg. Denn eigentlich liegt der höchste Punkt des Landes einen knappen Kilometer Luftlinie südöstlich der „Burrigplatz“, auf einem Hügel namens „Kneiff“ nördlich von Wilwerdingen. Als die Katasterverwaltung Mitte der 1990er das Land mittels modernster Technologien mithilfe von Satelliten vermessen liess, stellt ich heraus, dass dieser Punkt knapp einen Meter höher ist als der am Huldinger Wasserturm. Man muss es schon suchen, das „Dach“ des Grossherzogtums, liegt es doch ziemlich abseits und doch ganz in der Nähe der N7. Auf etwa halbem Weg zwischen „Wemperhaard“ und „Knauf“ (dort lädt das „K Restaurant Brasserie“ zum Verweilen) führt ein Schotter-Feldweg steil nach oben. Schonender für den Pkw ist es freilich, die gut asphaltierte Zufahrt zu benutzen, die nördlich von Wilwerdingen an der N12 abführt. Oder man bricht einfach zu einer kurzen Fuss- oder Radtour ab dem Parkplatz am „Burrigplatz“ auf. Um die „Kneiff“-Marke auf 560 Metern Höhe zu finden, muss man schon ein wenig Ausschau halten. Denn sie besteht lediglich aus einer weissbemalten Betonfläche unmittelbar neben der Strasse. Von dort aus kann man den Blick allerdings kaum schweifen lassen: Die Vegetation ist hier nämlich ziemlich dicht.

Was es noch zu entdecken gibt in der Gegend: www.troisvierges.info, www.weiswampach.lu

An der „Burrigplatz“: Sie befreiten den tiefsten und den höchsten Punkt

Neben dem Huldinger Wasserturm liegt ein Monument für die „87th U.S. Infantery, 3rd U.S. Army“, die während der Ardennenoffensive Nazi-Deutschlands in der Gegend kämpfte. Auf einer Plakette steht Folgendes: „Einheiten der 87. U.S. Infanteriedivision (346 Regiment) befreiten den Grenzort Wasserbillig am 23. Januar 1945. Drei Tage später, am 26. Januar, befreiten sie das Öslinger Dorf Huldange, mit der bekannten „Burrigplatz“. Mit der Sicherung dieser beiden Orte hatten die tapferen Soldaten ohne ihr Wissen den tiefsten und den höchsten Punkt des Grossherzogtums Luxemburg innerhalb von drei Tagen befreit“.