LUXEMBURG
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In unserer Serie „Kandidatengespräche“ werden bis zu den Chamberwahlen an dieser Stelle in regelmäßigen Abständen Anwärter Rede und Antwort stehen. Diesmal sprechen wir mit Ben Muller, Kandidat für „déi Lénk“ im Wahlbezirk Süden.

Was hat Sie dazu motiviert, Ihre Kandidatur für diese Parlamentswahlen zu stellen?

Meine Motivation, meine Kandidatur bei den Parlamentswahlen zu stellen bestand darin, mich für einen sozialen sowie ökologischen Systemwechsel zu engagieren und auf die Wichtigkeit sowie die Dringlichkeit dieses Wechsels hinzudeuten.

Gerade als noch junger Kandidat betreffen mich die heute getroffenen Entscheidungen in meiner kurz- sowie langfristigen Lebenslaufbahn. Deswegen möchte ich mich jetzt schon in den politischen Prozess einbringen und einen anti-kapitalistischen und somit ökologischen Ideenkatalog vertreten, der zum Ziel hat, die Machtverhältnisse zu verändern, die Gesellschaft zu demokratisieren und den Kampf um den Erhalt unserer Natur zur zentralen politischen Priorität zu befördern.

Warum gerade bei „déi Lénk“?

Ich habe mich für „déi Lénk“ entschieden, da es für mich die einzige Partei ist, bei der ich mich ohne Gewissensbisse engagieren kann, da sie am nahesten an meiner politischen Position dran ist. Ebenfalls finde ich, dass „déi Lénk“ sehr demokratisch aufgebaut sind und auch junge Leute die Chance erhalten, real Politik mitzugestalten und man nicht das Gefühl einer elitären und festgesessenen Parteispitze bekommt.

Welches politische Thema liegt Ihnen ganz besonders am Herzen?

Die Themen, die mir besonders am Herzen liegen, sind das Beseitigen von sozialen Ungleichheiten, einen Stand gegen jegliches rechtes sowie nationalistisches Gedankengut einzunehmen und eine inklusive und tolerante Gesellschaft zu kreieren. Ebenfalls Herzensangelegenheit ist die Überwindung des Kapitalistischen Wirtschaftssystems, das aus seiner Profitsucht heraus dabei ist, sich nicht nur selbst zu verschlingen, sondern auch die Menschenwürde sowie die Natur mit sich zu reißen. Klimaschutz ist somit auch überlebenswichtig, aber nur außerhalb des neoliberalen kapitalistischen Systems denkbar. Ohne diesen gibt es keine Zukunft für die Menschheit, auch wenn verschiedene „Sozialisten“ den Ausweg auf dem Mars und im Weltraum sehen.

Wie können Jugendliche besser an die Politik herangeführt werden?

Um Jugendliche wieder besser in die Politik einzugliedern, muss man eine direktere Demokratie leben. Ein wahres Mitspracherecht verspürt man nur noch jedes Wahljahr, während der dazwischen liegenden Jahre kann von Mitsprache kaum die Rede sein. Ebenfalls müssen parteiinterne Strukturen abgebaut werden, die eine Partei-Elite fördern und auf neue Mitglieder abschreckend wirken könnten, sowie einen Sprachgebrauch fordern, der nicht nur bei Elitären und Intellektuellen Anklang findet, sondern auch für jedermann verständlich ist, somit erreicht man, dass sich mehr Leute mit Politik beschäftigen und dann den Entschluss treffen, sich selbst auch zu engagieren.