LUXEMBURG
CLAUDE KARGER

CFL-Gruppe 2014 wieder in der Gewinnzone - Frachtgeschäft legt weiter solide zu

Wir sind enorm zufrieden“, freute sich Verwaltungsratspräsident Jeannot Waringo gestern bei der Bilanzpressekonferenz über die Ergebnisse der CFL-Gruppe. Die Eisenbahngesellschaft schreibt in der Tat wieder schwarze Zahlen und konnte nach einem Defizit beim Ergebnis von 1,1 Millionen Euro im Jahr 2013 im vergangenen Jahr mit einem Überschuss von 6,5 Millionen Euro abschließen. Treiber waren vor allem die beiden Frachtaktivitäten der Gruppe, CFL cargo für die herkömmliche Schienenfracht und CFL multimodal für die „Kombi-Lösungen“ - sprich vor allem die Verfrachtung von Containern von Lastwagen auf Güterzüge. Insgesamt hat die Fracht-Sparte im vergangenen Jahr 913 Millionen Tonnen/Kilometer Güter transportiert, 2013 waren es 804 Millionen.

CFL cargo hat 2014 erstmals ein positives Ergebnis von 3,3 Millionen Euro geschrieben gegenüber einem Verlust von 3,6 Millionen Euro in 2013. CFL multimodal bleibt im Minus mit einem Verlust von 5,4 Millionen Euro gegenüber 4,9 Millionen im Jahr 2013. Wie CFL-Generaldirektor Marc Wengler erklärte, hat dieser Rückgang zum einen mit der Lastwagenkonkurrenz zu tun - sinkende Erdölpreise haben diese Art von Transport erschwinglicher gemacht - und der finanziellen Belastung durch die Eröffnung neuer Verbindungen. Umsatz und EBITDA der CFL-Frachtsparte haben jedenfalls 2014 Rekorde erreicht mit respektive 174,8 Millionen und 10,3 Millionen Euro. „Der Beweis, dass dieses Wirtschaftsmodell funktioniert“, sagte Marc Wengler. „2005 haben uns viele geraten, doch mit der Fracht aufzuhören“, erinnerte sich indes Jeannot Waringo, „manchmal ist es eben doch gut, stur zu sein.“

21,5 Millionen Passagiere transportiert

Bis 2020 will die CFL den Frachtumsatz verdoppeln und 126 Millionen Euro in das „Terminal intermodal“ zwischen Bettemburg und Düdelingen stecken. „Das Terminal explodiert fast“, meinte Marc Wengler. Wie aber sieht der internationale Expansionskurs aus? Die Diversifizierung der Kundenbasis und der transportierten Güter, sowie die Erschließung neuer Verbindungen sind die Gleise des Erfolgs. Jeannot Waringo kann sich sogar vorstellen, dass die CFL irgendwann Fracht aus China holt. Potenzial sieht das Unternehmen aber auch in der Passagierbeförderung. 21,5 Millionen Reisende hat die CFL im vergangenen Jahr in Luxemburg und der Großregion befördert, 3,8 Prozent mehr als 2013. Vor zehn Jahren waren es noch 14,05 Millionen. Täglich rollen 925 Passagierzüge, um diese Menschenmassen zu bewegen. Hervorgehoben wurde auch die Modernisierung des Fuhrparks. Das Alter des „rollenden Materials“ liege im Durchschnitt bei knapp elf Jahren, damit spiele die CFL, die auch viel in die Aus- und Weiterbildung seiner Mitarbeiter investiert, in der obersten Liga in Europa, was die Service-Qualität anbelangt. In 92,6 Prozent der Fälle kommen sie pünktlich an, hieß es gestern. „Wir müssen daran arbeiten, auch die restlichen Prozent in den Griff zu bekommen“, mahnte Jeannot Waringo, der auch fest stellte, dass nur ein geringer Prozentsatz der Grenzgänger die Bahn benutzt. Positiv sieht er jedenfalls die fortschreitende Öffnung der Märkte im Passagiertransport. „Überall, wo sich Grenzen öffnen, sollten wir etwas machen“, meinte der Verwaltungsratspräsident, der allerdings die von der EU angestrebte Zersplitterung von Bahnaktivitäten wenig schätzt. Das riskiere, Brücken zwischen komplementären Aktivitätsbereichen zu zerstören.

Die CFL baut viel lieber auf. Im Rahmen des Verwaltungsvertrags der Eisenbahninfrastrukturen mit dem Staat, der noch bis 2024 läuft, stehen eine Menge Projekte auf der Agenda. Zum Beispiel der Aufbau des integrierten Digitalradio-Systems für 51 Millionen Euro, das Mitte 2017 in Betrieb gehen soll. Oder der neue Bahnhof in Kirchberg-Pfaffenthal für 96 Millionen Euro, die neue Schiene zwischen Luxemburg und Bettemburg für 292 Millionen Euro (bis 2020) oder die Anlage eines zweiten Gleises auf der Strecke Luxemburg-Contern für 215 Millionen Euro (bis 2019).


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