LUXEMBURG
LJ

Die adr sieht sich in ihrer Richtung bestätigt und freut sich über ein gutes Resultat

Ein weiterer Sitz - von drei auf vier - und haarscharf an einem fünften Sitz vorbeigeschrammt: Obwohl es schmerze, dass die Partei im Osten um eine Handvoll Stimmen einen Sitz verpasst habe, freute man sich dennoch gestern in der Wahlzentrale der adr auf dem Kirchberg. Das positive Resultat mit einem Gewinn an Stimmen sei ein klares Zeichen dafür, dass die Reformpartei den richtigen Weg eingeschlagen hat. Am gestrigen Abend blickte man deshalb freudig auf kommende fünf Jahre Opposition - und mit Spannung wurde abgewartet, welche mögliche Koalition sich bilden könnte.

So kommt die Partei in der „Chamber“ jetzt auf vier Sitze. Der Abgeordnete Gast Gibéryen brachte es auf den Punkt: „Wir werden weiter Opposition machen.“ Gleichzeitig sah er eine große verpasste Chance für ein mögliches Bündnis mit der CSV. „Weil die CSV sich von vornherein gegen eine Koalition mit uns ausgesprochen hatte, braucht sie dieses Resultat nicht zu wundern“, meinte Gibéryen gestern. „Damit gab es eine Alternative weniger.“ Das habe der Wahl definitiv geschadet.

Geschadet habe indes auch einer der ewigen Kritikpunkte am Wahlsystem, den die adr auch länger bemängelt: Durch die ungleiche Mandatsverteilung reichte so ein gutes Resultat im Osten nicht zu einem weiteren Sitz. „Da sitzen wir aber mit anderen kleinen Parteien wie den Piraten im selben Boot“, meinte Joëlle Giannotte gestern Abend abschließend. Auch der Neue in der „Chamber“, Norden-Kandidat Jeff Engelen, nannte das System „ungerecht“. Das Thema der Wahlbezirke werde die Partei wohl aber auch in Zukunft weiter schwer beschäftigen. Osten-Kandidat Robert Mehlen brachte gar eine Klage beim Menschenrechtsgerichtshof in Straßburg ins Gespräch.