LUXEMBURGNATALIA SLIOUTOVA

„Nobunaga’s Ambition: Sphere of Influence“ im Review

1983 markierte das Jahr, in dem Koei den ersten Teil der Nobunaga-Serie veröffentlichte. Etwa 30 Jahre später schaffte es die 14. Installation des Spiels endlich auch auf den europäischen Markt. Zugegeben, „Nobunaga`s Ambition: Sphere of Influence“ erreichte uns erst zwei Jahre nach der eigentlichen Veröffentlichung in Japan, aber es ist ja bekanntlich der Wille, der zählt.

Der Grund, weshalb uns Nobunaga bis jetzt vorenthalten blieb, dürfte wohl mit der historischen Komplexität des Spiels zusammenhängen. Die japanische Geschichte spielt hier mindestens eine genauso wichtige Rolle wie der strategische Aspekt des Spiels.

Japanische Geschichte zum Nachspielen

Spätestens nach dem Durchspielen des sehr detaillierten Tutorials wird einem klar, dass die historischen Informationen nicht die einzige Hürde sind. Das Spiel strotzt nur so von Kommandos, Optionen und strategischen Möglichkeiten. Der Spieler kann zwischen sieben verschiedenen Geschichten wählen, die wiederum an und für sich schon Minispiele sein könnten. „Umfangreich“ ist wohl des Schlagwort für die Entwicklung dieses Titels gewesen. Denn jede der episodischen Geschichten dauert Stunden und widmet sich jeweils einem Lebensabschnitt des japanischen Feldherrns. Der Spieler kann dabei wählen, ob er/sie als historischer Herrscher die Geschichte Japans verfolgt oder als ein selbsterstellter Offizier seinen Klan voranbringen will.

Strategie für Veteranen

Die Auswahl an Herangehensweisen ist enorm, wie das In-Game Menü schnell beweist. Man kann in die Wirtschaft des Landes investieren, in die Truppen, den Bau des Hauptsitzes oder auch Diplomatie. Diese Unmenge an Optionen ist aber ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite genießt der Spieler eine Freiheit, die so typisch für gute Strategiespiele ist. Auf der anderen Seite kann sie aber auch erdrückend wirken. Vor allem Neuankömmlinge dürfte alleine schon das erste Kapitel, in dem alles erklärt wird, ziemlich schnell verschrecken. Natürlich ist es keine Sache der Unmöglichkeit, sich mit dem Spiel anzufreunden und sogar Spaß daran zu entwickeln, doch müsste man dafür etliche Stunden des Herumprobierens in Kauf nehmen.

So komplex das Spiel für Neueinsteiger auch sein mag, für erfahrene Strategen und Fans der Nobunaga-Serie ist es genau das, was den Titel ausmacht und lohnenswert ist.

Die historischen Kämpfe, die Liebe zum Detail und die umfangreichen Kommandos machen aus „Nobunaga`s Ambition“ ein überdurchschnittliches gutes Strategiespiel. Sogar die Grafik wurde für die erneute Eroberung Japans um einiges aufgestockt und durchaus ansehnlich gemacht. Fazit: „Nobunaga`s Ambition: Sphere of Influence“ ist ein solides Strategiespiel, das viele hartgesottene Fans erfreuen dürfte. Umfangreich in seinen Optionen und mit Lernwert, erhebt es sich aus dem Sud der kommerziellen Spiele dieser Zeit. Der einzige Schwachpunkt dürfte aber genau diese überwältigende Flut an Details und Informationen sein, die das Spiel wohl nicht sehr beliebt bei Neueinsteigern machen wird.