CUPERTINO
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Der US-Konzern Apple will die von der EU verhängten Steuernachzahlungen von 13 Milliarden Euro nicht hinnehmen. Der Hersteller des iPhones erklärte am Montag, gegen die Entscheidung aus Brüssel Berufung einzulegen. Einen solchen Schritt hatte auch Irland angekündigt. Die EU habe einseitig agiert und rückwirkend Regeln geändert, schrieb Apple in einer Erklärung aus dem kalifornischen Cupertino. Brüssel habe dabei Jahrzehnte irischer und US-amerikanischer Steuergesetze unberücksichtigt gelassen.

„Wir sind zuversichtlich, dass die Entscheidung gekippt wird“, teilte Apple weiter mit. Das Finanzministerium in Dublin hatte bereits am Morgen angekündigt, gegen die Anweisung aus Brüssel in Berufung zu gehen. Es warf den EU-Wettbewerbshütern Benachteiligung, Kompetenzüberschreitung sowie eine Verletzung der irischen Souveränität in Steuerfragen vor.

Ende August hatte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager massive illegale Steuervergünstigungen für Apple in Irland festgestellt. Das Land müsse daher das verlorene Geld aus den Jahren 2003 bis 2014 samt Zinsen von dem Technologiekonzern zurückverlangen.

Vestagers Ermittlungsreport ergab, dass Apple 2014 mithilfe zweier in Irland gemeldeter Mantelfirmen weit unter ein Prozent effektive Körperschaftssteuer auf seine Gewinne in Europa bezahlte. Die irische Regierung dementierte indes, dass der Konzern eine Sonderbehandlung bekommen habe.