LUXEMBURG
CHRISTIAN BLOCK

Sozialpädagogen setzen auf Austausch - Weltkongress zum ersten Mal in Luxemburg

Mit rund 400 Teilnehmern startet der Weltkongress der Sozialpädagogen zum ersten Mal in Luxemburg. Gestern kamen Professionelle aus über 30 Ländern im „Forum Geesseknäppchen“ zusammen. Bis Freitag noch tauschen sich die Arbeitskollegen über die Herausforderungen und Erwartungen ihres Berufs aus. Schwerpunkt des mittlerweile 18. Kongresses sind die Förderung der Integration, soziale Inklusion und Chancengleichheit - das Motto lautet: „All zesummen“.

Austausch als Motor in Krisenzeiten

Marc Pletsch, Präsident der etwas mehr als 400 Mitglieder starken APEG, „Association professionelle des éducateurs gradués“, erläutert die Bedeutung des Kongresses: „Ich erwarte mir viel Austausch, viele Ideen, die man im Ausland entdecken und hier umsetzen kann. Das ist wichtig in einer Zeit, in der die Budgets kleiner werden, um mit wenigen Mitteln viel zu bewirken.“

Gleichzeitig sei der Aufgabenbereich der Sozialpädagogen ständig gewachsen, neue Herausforderungen, etwa im Familienbereich, sind hinzugekommen. Durch die Krise verschärft sich die Situation zusätzlich, etwa was die Jugendarbeitslosigkeit angeht.

Deshalb muss sich Sozialpädagogik ständig weiterbilden. Für Sozialpädagogen nimmt der Austausch über praktische Erfahrungswerte deshalb einen hohen Stellenwert ein.

Auf dem Programm des „aieji World Congress“ stehen deshalb auch 21 Feldbesuche auf dem Plan, zum Beispiel bei der Ligue HMC, im Péitrushaus oder im Alzheimer Foyer in Erpeldingen. Der Kongress gilt auch als Gelegenheit zum „Networking“, um die Professionalisierung der Sozialpädagogik voranzutreiben. Der letzte Kongress fand 2009 in Kopenhagen statt.

Solidarität als Auftrag

Benny Andersen, Präsident des internationalen Verbands der Sozialpädagogen, betonte, dass die Krise nicht vorbei sei. Es bestehe ein erstzunehmendes Risiko, eine ganze Generation zu verlieren. Die Anforderungen an die Sozialpädagogen steige. Andersen hob die Arbeit der Sozialpädagogen hervor.

Sozialpädagogen sind in allen Bereichen der Gesellschaft tätig und betreuen Menschen aller Altersklassen, von
Kindertagesstätten bis Jugendhäusern oder Altersheimen.

Jeder habe das Recht auf Freiheit, besonders in einer Gesellschaft, in der die meisten Menschen ihre eigenen Interesse verfolgten und die „Nutzlosen“ verachtet werden. „Wir wollen ihnen eine Gesellschaft der Solidarität entgegenstellen“, sagte Andersen. Françoise Hetto-Gaasch, Ministerin für Chancengleichheit, Tourismus sowie kleinere und mittlere Unternehmen, sagte, dass neben der Quantität die Qualität in Zukunft eine wichtigere Rolle einnehmen werde. Dazu gehöre, Männer für Berufe im Sozialbereich zu interessieren, um ein ausgeglichenes Verhältnis herzustellen. Männliche und weibliche Referenzen zu haben sei besonders im Sozialbereich wichtig.