LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Hauptstädtisches Carsharing-System „Carloh“ bietet erstmals Elektroautos an

Schon in der Schöffenratserklärung von 2011 versprach die blau-grüne Mehrheit im hauptstädtischen Rathaus am Knuedler die Einführung eines Carsharing Systems in Luxemburg. Im Oktober 2015 war es dann so weit: „Carloh“ ging an den Start.

Mobilitätsergänzung

Das Carsharing fügt sich nach der Auffassung der Stadt Luxemburg als ergänzendes Element in das Konzept der Ökomobilität ein, damit man bei speziellen Aufgaben, die nicht per ÖPNV oder mit dem Fahrrad erledigt werden können, auf ein bereitstehende Fahrzeug zurückgegriffen werden kann. Das Auto wird so unter vielen Nutzern geteilt. Man besitzt nicht mehr ein Auto, sondern mietet sich einen Wagen an einer Ausleihstation, erledigt seine umfangreichen Einkäufe im Supermarkt und stellt danach das Auto wieder ab.

Die Stadt Luxemburg hält an der Aktiengesellschaft, die „Carloh“ betreibt, einen Anteil von 97 Prozent. Den Rest teilen sich der Automobilclub ACL, der für Wartung und Unterhalt der Fahrzeuge sorgt, und der europäische Carsharing-Anbieter Cambio, der die Software und die elektronische Kundenbetreuung übernimmt.

Seit gestern, de facto wohl erst seit heute, hat Carloh neben seinen zwölf konventionell angetriebenen Autos auch zwei eMobile im Angebot und erweitert damit auch gleichzeitig sein Netz an Mietstationen. Rein statistisch gesehen, ist Carloh aktueller Europameister in Sachen Elektro-
Carsharing mit einem Flottenanteil von 15 Prozent - zwei von 14 Autos. Die großen deutschen Carsharing-Flotten mit mehr als 15.000 Fahrzeugen bringen es auf einen Elektroanteil von zehn Prozent.

Bei den neuen Carloh-Mobilen handelt es sich um fünftürige und fünfsitzige Renault ZOE, deren Reichweite nach Auskunft des Betreibers bei 100 bis 120 Kilometer liegen soll.

Neue Ladestationen

Carloh begann im Herbst 2015 mit fünf Stationen: In Belair (Rue Astrid), in Bonneweg (Rue Jean-François Gangler), im Bahnhofsviertel (Rue Bender) in der Oberstadt am „Klenge Knuedler“ (Rue Notre Dame) und auf dem Limpertsberg (Avenue Victor Hugo). Zwischenzeitlich ist noch eine Station in der rue de Gasperich hinzugekommen.

Die Elektroautos stehen nun an neuen Standorten bereit. Zum einen im Parkhaus „Rocade“ in der Rue du Laboratoire und zum anderen im Parkhaus „Schuman“ am Kreisel Schuman.

Eine Herausforderung

Die Mobilitätsschöffin der Stadt Luxemburg, Sam Tanson (déi gréng), betonte, dass die Einführung des Carsharings für die Stadt durchaus eine Herausforderung darstellte. Der Erfolg gebe der Entscheidung dafür aber Recht. Im nächsten Jahr sollen weitere Stationen im Stadtviertel Luxemburg-Kirchberg hinzukommen.


www.carloh.lu