LUXEMBURGINGO ZWANK

Deutsche Polizisten im Einsatz auf dem größten Jahrmarkt der Großregion, der Schobermesse

Dienstbeginn 14.00 auf dem Glacisfeld. Die Polizeibeamten um Yves Scholtes, Commissaire en chef und Leiter des Kommissariats Limpertsberg, treten ihren Dienst an, aber nicht im Kommissariat Limpertsberg, sondern auf der Wache Schobermesse. Und heute ist noch etwas anders im Polizeidienstalltag: Die luxemburgischen Polizisten werden von zwei Beamten aus Rheinland-Pfalz verstärkt. Polizeihauptkommissar Paul Lentes und Polizeikommissarin Lisa Obermayer werden mit ihnen gemeinsam auf Streife gehen. Möglich macht diesen Austausch der Polizeibeamten über die Landesgrenzen hinweg der „Vertrag von Prüm“. „Für mich ist es bereits das dritte Mal, dass ich hier dabei bin“, erzählt Lentes, für seine Kollegin Obermayer „ist es das erste Mal in Luxemburg. Während der Ausbildung war ich aber schon im Austausch in Barcelona auf Streife“, erzählt die Kommissarin, die jetzt fünf Jahre bei der Polizei ist. Doch heute wird auf der Fouer kontrolliert, „bis 21.00 geht der Dienst“, sagen die beiden.

Interessanter Gedankenaustausch

Zusammen mit ihren luxemburgischen Kollegen Rebekka Scholl (UGRM Gefangenentransport), Marc Seyler (CP Cents) und Polizeischüler Alexis Kokiopoulos treten die beiden Deutschen den ersten Rundgang an. Man kennt natürlich die Fouer „aus dem Privatleben“, erzählt Lentes, der in der Verbandsgemeinde Südeifel (Irrel/Neuerburg) als Bezirksbeamter seinen normalen Dienst verrichtet. Kollegin Obermayer ist bei der Inspektion in Daun in der Eifel im Streifendienst. Sie spricht hier von einer „anderen Größenordnung“ und vergleicht die Schobermesse mit der durchaus etwas kleineren Dauner Kirmes. „Ich hoffe auf interessante Gespräche, mit den Bürgern und auch den Kollegen, auf einen regen Austausch.“ Über das Polizeipräsidium Trier wurden die Beamten angeschrieben und so wurde erfragt, wer denn gerne „auf der Schobermesse Dienst machen möchte,und dann konnte man sich melden“, erzählt Obermayer, begleitet von interessierten Blicken einiger Fouer-Besucher, denen die Uniform wohl etwas fremd vorkommt. Yves Scholtes, der Dienststellenleiter des Kommissariats Schobermesse, freut sich über die ausländische Verstärkung: „Es ist super, es ist sehr gut, dass wir diesen Austausch machen können - und die Kollegen kommen ja auch gerne.“ Dabei sei es auch für die Besucher „und die Grenzgänger wichtig, sollte einmal etwas sein, dann haben sie heute, neben unseren Beamten, einen direkten deutschen Ansprechpartner“, sagt Scholtes auch mit Blick auf die weitere Präsenz von zwei belgischen und zwei französischen Beamten an anderen Messetagen. Im Gespräch stellt Scholtes immer wieder heraus, dass diese Art der Zusammenarbeit wohl sicherlich in Zukunft noch verstärkt werden wird, und „so kann man sagen, ich habe mit Paul gesprochen und nicht nur ‚mit einem deutschen Beamten‘, man hat einen direkten Ansprechpartner, wenn es um die grenzüberschreitende Zusammenarbeit geht.“ Auch sei es interessant, sich mit den Kollegen auszutauschen, „wie man bei sich vor Ort solche Veranstaltungen meistert - und auch welche Ausrüstung beispielsweise zum Einsatz kommt.“

Die luxemburgischen Beamten sind ebenfalls ab und an im Ausland auf Streifendienst, so zum Beispiel regelmäßig auf dem Trierer Weihnachtsmarkt oder Events wie in Spa-Francorchamps am letzten Wochenende. Die Tagschicht auf der Schobermesse verlief übrigens an diesem Tag für die Beamten, ob luxemburgische oder deutsche, recht ruhig, es gab viele interessante Gespräche mit den Kollegen und auch Bürgern, „lediglich zwei abhanden gekommene Handys wurden uns während der Streife gemeldet“, bilanziert Lentes seinen dritten Schobermesseeinsatz.

Premier auf Kurzvisite - dienstliches Erinnerungsfoto leider vergessen

Nur gegen Abend traf unerwartet und unangekündigt noch Besuch auf der Wache Schobermesse ein: „Wir standen am Eingang und plötzlich kam der luxemburgische Premierminister Bettel mit seinem Personenschutz und hat uns kurz begrüßt und sich mit uns unterhalten“, erzählt Lentes. Nur an ein Erinnerungsfoto an diesen „Déngscht op der Fouer“ samt Premier haben die Polizisten an diesem Abend leider nicht gedacht...