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„Depth“ angespielt: Es tun sich Abgründe auf

Gemütliches Abenteuertauchen an lauschigen Stränden, Schatzsuche in versunkenen Schiffen, die Tiefe erkunden und mit den Robben schwimmen. Denkste - im Actionspiel „Depth“ geht es alles andere als entspannend zu. Denn neben den vier Tauchern, die gemeinsam Wracks erkunden und hübsche Goldschätze bergen, tummeln sich leider auch zwei tödliche Killer: Haie. Dass auf diese Weise kein entspannter Tauchgang zustande käme, versteht sich von selbst. Dafür taugt es recht gut als kompetitiver Action-Shooter - immerhin etwas. Wir haben uns den Titel angesehen und ausprobiert, ob „Jaws“ spielen so spaßig sein kann, wie angenommen.

Stimmige Unterwasserwelten

Ein Faktor sticht dabei aber sofort ins Auge: Trotz der Tatsache, dass es sich beim Entwickler um ein bisher eher unbekanntes Studio handelt, wirkt die Präsentation aus einem Guss. Logisch, steckt doch trotzdem die potente Unreal-Engine dahinter. Das Resultat kann sich sehen lassen, denn die Unterwasserwelten sind stimmig, die Modelle gut animiert. Audiovisuell gibt es also grundsätzlich nichts zu meckern.

Gespielt wird dabei in Teams: Vier Taucher steigen herab, um aus einer alten Galeone Schätze zu bergen und Gold zu finden. Zwei Spieler setzen jedoch als Haifisch alles daran, ihnen einen Strich durch die Rechnung zu machen. Damit das ungewöhnliche Prinzip von Vier gegen Zwei aufgeht, haben die Haie natürlich ein paar Trümpfe in der Heckflosse: Während die Taucher auf die First-Person-Sicht beschränkt sind und dank Atemgerät und Dunkelheit nicht immer sofort sehen, was um sie herum geschieht, haben die Haifische wesentlich mehr Überblick -auch durch den Vorteil, dass sie die Taucher durch Wände hindurch „erspüren“ können. Die Taucher hingegen bekommen einen merklich erhöhten Pulsschlag, wenn sich ein Haifisch in ihrer Nähe aufhält; Psychologische Kriegsführung ist damit an der Tagesordnung, wenn man als Hai den Taucher in die Enge treiben will.

Und der Haifisch, der hat Zähne…

Für Abwechslung ist auch gesorgt: Insgesamt zehn Unterwasserkarten stehen zur Verfügung, die in drei verschiedenen Spielmodi gespielt werden können. Verschiedene Haifischsorten sorgen für neue Szenarien, eine Auswahl an Harpunen und Gewehren für die Taucher ebenso. Besonders hervorzuheben ist neben dem Hauptmodus „Blood and Gold“ der „Megalodon“-Modus in dem, wie könnte es anders sein, ein Spieler die Rolle eines gewaltigen Unterwassermonsters übernimmt und nur darauf aus ist, seine Opfer zu verspeisen - ein reines, traditionelles Deathmatch, mit Biss.

Doch in den Untiefen gibt es auch Problembereiche: „Depth“ ist spaßig, aber sehr speziell. Durch das ungewohnte Gameplay unter Wasser kann man recht schnell die Orientierung verlieren. Das Feedback bei Treffern ist eher mau, was als Taucher schon mal nerven kann. Und eine steile Lernkurve gibt es obendrein. Der Titel hat also eindeutig seine Stärken (Stichwort: Atmosphäre) und glänzt beizeiten auch im Wettkampf zwischen Mensch und Natur - als Shooter unter Wasser wird es aber eher nicht abendfüllend. Trotzdem einen Blick wert, insbesondere zum bissigen Preis von 23 Euro im STEAM-Store.