LUXEMBURG
JACQUELINE KIMMER

„Fouersonndeg“ und Braderie in der Hauptstadt

Auf der bis zum 9. September andauernden 675. „Schueberfouer“ wird am Wochenende die zweite „Halbzeit“ eingeläutet. Morgen wird der „Fouersonndeg“ oder „Kiermessonndeg“ in der Hauptstadt gefeiert. Am „Fouerméindeg“ wird die 86. Braderie von 18.00 bis 19.00 von der hauptstädtischen „Union commerciale“ organisiert: An Verkaufsständen - auf einer Länge von drei Kilometern - werden zahlreiche „gutt Affairen“ in den Straßen der Oberstadt und des Bahnhofsviertels angeboten. Im Vorfeld der Braderie werden die Geschäfte in der Hauptstadt ihre Türen bereits morgen Nachmittag von 14.00 bis 18.00 für die Besucher öffnen. Und warum nicht an einem der beiden Tage den Besuch des einen Events mit dem des anderen verbinden, um so einige unbeschwerte Stunden zu verleben.

In den Geschichtsbüchern geblättert

An dieser Stelle ist es angebracht, einen Blick auf die Geschichte der „Fouer“ zu werfen. Als Geburtsstunde der „Schueberfouer“ gilt bekanntlich der 20. Oktober 1340, als Johann der Blinde, König von Böhmen und Graf von Luxemburg, in seinem Schloss in der Hauptstadt ein Dokument besiegelte, in dem er der Stadt Luxemburg das Privileg eines acht Tage andauernden Jahrmarktes, „Schueberfouer“ genannt, anerkannte.

Der Name „Schueberfouer“ stammt von dem (ersten) Veranstaltungsort - der „Schuedburg“, dem heutigen „Plateau du Saint Esprit“, der damals außerhalb der Stadtmauern lag. Den Historikern zufolge wurde aus „Schuedburg“ zunächst „Schuedmiss“ und später „Schuebermëss“.

1610, als der Platz auf der „Schuedburg“ zu eng wurde, zog die „Fouer“ nach Limpertsberg, um dann 1893 eine definitive Bleibe auf dem Glacis zu finden. 1910 waren erstmals ein kleines Riesenrad und eine Achterbahn auf der „Fouer“. Ab Mitte des 20. Jahrhunderts wurden die Rummel-Attraktionen dann immer mechanischer, um der „Fouer“ das „Aussehen“ zu verpassen, das sie heute hat.