LUXEMBURG
SVEN WOHL

Mit der Bevölkerung wächst auch der Druck auf das Schulsystem – Die Politik reagiert mit neuen Projekten

Neue Schulen braucht das Land – darin waren sich die Minister François Bausch (déi gréng) und Claude Meisch (DP) einig. Diese seien auch nötig geworden, weil die Bevölkerung Luxemburgs in einer bemerkenswerten Geschwindigkeit wachse. Der Minister für Mobilität und Öffentliche Bauten, François Bausch, bezeichnete die Investition als „extrem substantiell“. 

1,3 Milliarden Euro werden hier in den kommenden Jahren in die schulischen Infrastrukturen des Landes investiert. Während hier Akzente im Bereich der Energieeffizienz und Nachhaltigkeit gesetzt werden, achtete man auch darauf, die Projekte im Land zu verteilen. Bildungsminister Claude Meisch unterstrich bei der gestrigen Vorstellung der Projekte, dass der Druck ansteige: 1.250 neue Schüler drängten im Jahr in die Grundschulen und Lyzeen  nach, in den Spitzenmonaten können es bis zu 300 sein. Dabei betonte der Minister, dass man dabei auch auf unterschiedliche Formen von Schulen setze.

Was sich wo tut:

Lycée Edward Steichen (LESC)

Bis September 2025 soll das neue Lyzeum in Clerf ausgebaut werden, um nicht nur die unteren Zyklen anbieten zu können. Dadurch steigt die Gesamtzahl der möglichen Schüler von 650 auf 1.530. Der Gesetzesentwurf soll bis Ende 2020 stehen.

École d’Hôtellerie et de Tourisme du Luxembourg (EHTL)

Unsicherheit herrscht noch beim EHTL : Entweder man renoviert das bestehende Gebäude, wobei die Zahl der Schüler sich auf 400 beläuft, oder man findet einen neuen Standort. Dann könnte man die Kapazität auf 600 Schüler ausbauen.

École nationale pour adultes (ENAD)

Auf dem „Mierscherbierg“ findet die ENAD neben den Sportinfrastrukturen der Gemeinde ihren endgültigen Sitz. Ab September 2024 werden 620 Schüler hier auf 1,2 Hektar empfangen. Zwischendurch soll die ENAD in die „Blumm“ auf dem Campus „Geesseknäppchen“ ziehen.

Nordstadlycée | NOSL

Beim aktuellen Standort in Diekirch stößt man mittlerweile an seine Grenzen. In Erpeldingen/Sauer soll ein neues Gebäude ab September 2026 ganzen 1.700 Schülern Platz bieten. Der Gesetzesentwurf soll Anfang 2020 vorliegen.

Sportlycée (SLL)

Der Wunschstandort der Regierung für das SLL befindet sich in Mamer. 550 Schüler sollen hier ab September 2024 lernen dürfen. Hier strebt man, dank direkter Nähe zu anderen Schulinfrastrukturen, Synergien an.

Centre de logopédie

Der „Centre de logopédie“ auf der „Place Thomas Edison“ in Strassen soll ausgebaut werden. Nach dem Ausbau möchte man in dem Gebäude insgesamt 300 Schüler empfangen. Die Bauarbeiten sollen kommendes Jahr in den Sommerferien stattfinden.

Sportlycée (SLL) | Alternative

Falls die Verkehrsstudie beim angedachten Sitz des SLL in Mamer kein grünes Licht ergibt, soll das SLL auf „Kirchberg“, direkt bei der „Coque“ auf dem Sitz von „Eurocontrol“ unterkommen. Einen Eröffnungstermin gibt es noch nicht, doch 550 Schüler sollen hier lernen können.

Campus Geesseknäppchen | Umgestaltung und École de gestion et de commerce  | ECG | Renovation

Der Campus in der Hauptstadt wird Ort mehrerer Arbeiten. Ein neues Konzept soll für einen besseren Verkehrsfluss, mehr Zugänge und mehr Sicherheit sorgen. Insgesamt 6.000 Schüler besuchen den Campus. Auch das ECG wird renoviert.

Lycée technique pour professions de santé | LTPS

Auf der „Place Thomas Edison“ in Strassen, beim neuen Gebäude des „Centre de logopédie“ sollen im September 2023 1.200 Schüler Platz finden. 3,7 Hektar stehen dafür bereit, wobei das „Centre de logopédie“ einen Ausbau erfährt.

Neue öffentliche Europaschule | vorläufiger Standort

Ab 2021 sollen provisorisch Klassen der „International School Junglinster“ in das Gebäude „Blumm“ kommen. Diese Struktur befindet sich auf dem Campus „Geesseknäppchen“ für die Dauer der dortigen Umgestaltungen.

Lycée Michel Lucius | LML | International School Michel Lucius

Auf dem Boulevard Pierre Frieden auf Kirchberg soll die anglophone Primärschule (500 Schüler) und das Internat im September 2026 eröffnen. Die englischsprachige (650 Schüler) und luxemburgische Sekundarschule (1.170 Schüler) kommt auf „Kuebebierg“. Der Gesetzesentwurf soll Anfang 2021 vorliegen.

Neue öffentliche europäische Schule

Das „Lycée Michel Lucius“ auf Limpertsberg wird durch Neubauten ersetzt. Die Eröffnung ist für September 2027 vorgesehen. 1.400 Schüler finden hier Platz. Zusätzliche Strukturen sollen in Junglinster drei Jahre zuvor öffnen. 520 Grundschüler sollen hier lernen können.

Lycée technique de Bonnevoie | LTB

Bis September 2026 sollen 2.150 Schüler auf dem neuen Gelände des LTB ihr neues Zuhause direkt neben den aktuellen Gebäuden auf der Höhe von 119, rue de la Cimetière finden. Bis dahin sollte bereits die Tram unweit vom Lyzeum eine Haltestelle anfahren.

École internationale de Differdange et d’Esch | EIDE

In Monnerich erhält die EIDE ihren Sitz. Im „Maternel“ werden 40 und im „Primaire“ 240 Schüler empfangen. Die Eröffnung ist für September 2023 vorgesehen. Die Sekundarklassen sollen in das Victor Hugo Gebäude einziehen.

Lycée technique du Centre | LTC und Centre pour développement intellectuel | CDI, centre de prodédeutique)

Diese beiden Bildungsinstitutionen sollen September 2027 ihre Pforten auf dem „Midfield“ auf Howald öffnen. Das LTC soll 2.400 Schüler empfangen, das CDI dagegen 60. Der Gesetzesentwurf soll Mitte 2022 vorliegen.

Neues Pilotlyzeum vorläufiger Standort

Provisorisch soll das Pilotlyzeum auf Belval unterkommen, ehe es weiter in Richtung Esch-Schifflingen geht. Auf Belval soll sie in direkter Nähre zum „Lycée Bel-Val“ einziehen. 500 Schüler sollen hier ab 2023 lernen dürfen.

Neues Pilotlyzeum Definitiver Standort

Auf den Industriebrachen von Esch-Schifflingen sollen die 500 Schüler des neuen Pilotlyzeums ihr Zuhause endgültig finden. Ein Zeitpunkt für die Eröffnung des endgültigen Standorts ist jedoch noch nicht bekannt.

Lycée / École internationale Mondorf-les-Bain | EIMBL

Auf „Gréimelter“ bietet ab September 2026 ein neuer Schulkomplex in der europäischen Primär- und Sekundarschule für 300, beziehungsweise 700, Schüler Platz. In der luxemburgischen Sekundarschule können 400 Schüler, in der „Formation Profesionelle“ 300 Schüler die Schulbank drücken. Gesetzesentwurf folgt Mitte 2021.