LUXEMBURG
LIZ MIKOS

Julie Gangolf erzählt über ihre Pilotenausbildung

Julie Gangolf (20) will Pilotin werden. In der österreichischen Metropole Wien setzt sie sich gerade mit einem Haufen Theorie auseinander, um sich endlich ihren Traum des Fliegens zu ermöglichen. Mit dem „Journal“ spricht sie exklusiv über ihre Ausbildung und ihre Wünsche für die Zukunft.

Wie und wann bist Du auf die Idee gekommen Pilotin zu werden?

Julie Gangolf Bereits als kleines Mädchen bin ich sehr viel mit meiner Familie verreist und habe wunderschöne Orte entdecken dürfen. Zu diesem Zeitpunkt hat mich das Fliegen schon fasziniert - dieses Gefühl, wenn der Flieger in die Luft steigt ist einfach unbeschreiblich für mich. Es ist eine Mischung aus Unbeschwertheit und Freiheit, die ich beim Fliegen verspüre. Es war aber nicht immer mein Wunsch, Pilotin zu werden. Eigentlich wollte ich Medizin studieren, doch als ich vor drei Jahren zum ersten Mal die Möglichkeit hatte, unter dem Kommando von einem Piloten ein Flugzeug zu fliegen, erkannte ich, dass ich im Fliegen meine Zukunft gefunden habe.

Wie hat Dein Umfeld auf deine doch etwas besondere Berufswahl reagiert?

Gangolf Meine Familie stand immer hinter mir und unterstütze mich in meiner Berufswahl. Natürlich gab es manche Bedenken, da nicht besonders viele Frauen diesen Beruf ausüben. Deshalb war mir und meinem Umfeld auch sofort klar, dass es schwer wird, sich dort durchzusetzen. Außerdem verlangt die Ausbildung einen enormen finanziellen Input, doch durch die Hilfe und Unterstützung meiner Familie konnte mir die Ausbildung ermöglicht werden.

Kannst Du kurz beschreiben, wie die Pilotenausbildung abläuft?

Gangolf Die Ausbildung besteht aus zwei Teilen: Theorie und Praxis. Am Anfang der Ausbildung wird man natürlich zuerst mit Theorie zugeschüttet, denn bevor man in den Flieger steigen darf, muss man natürlich ein gewisses Basiswissen aufbauen. Die erste Theoriephase ist besonders anstrengend, denn man wird mit unzähligen Dingen und Begriffen konfrontiert, die man zuvor noch nie gesehen hat. Doch die Zeit vergeht recht schnell. Zu wissen, dass nach dieser Phase die Flugstunden beginnen, versüßen einem selbst das tägliche Lernen. Nach der zweiten Theoriephase wird es dann besonders spannend, denn dann beginnen die Soloflüge - das heißt, man ist allein im Flieger und auch im Cockpit. Nach diesen Phasen und bestandenen theoretischen und praktischen Prüfungen winkt einem dann der Privatpilotenschein zu. Jedoch, um die ersehnte ATPL Lizenz zu bekommen, muss man sich vielen weiteren Prüfungen und Flugstunden stellen.

Was erwartest Du Dir von Deinem Berufsleben?

Gangolf Ich hoffe natürlich, dass ich recht schnell nach meiner Ausbildung einen Arbeitsplatz bei einer Fluggesellschaft bekomme. Zu Beginn meiner Karriere muss ich als Kopilotin Erfahrungen sammeln und danach hoffe ich, eine Festanstellung als Pilotin zu bekommen. Mein Ziel ist es, tolle Strecken zu fliegen, viele sehenswerte Orte und auch unterschiedliche Kulturen zu erkunden. Als Pilot/in sollte man weltoffen sein, und man sollte sich überall auf der Welt wohlfühlen können. Wichtig ist für mich natürlich auch, dass ich meine Familie habe die mir den Rücken stärkt, egal wo ich mich gerade befinde.