NEW YORK
DPA/AFP/LJ

UN-Generalsekretär Guterres: Wegkommen von nationalen Strategien

Angesichts der historischen Herausforderungen durch die Corona-Krise hat UN-Generalsekretär António Guterres zu einem gemeinsame Vorgehen der größten Wirtschaftsmächte aufgerufen. „Die Reaktionen der Länder berücksichtigen nicht das globale Ausmaß und die Komplexität der Krise“, sagte Guterres gestern in New York. Man müsse wegkommen von nationalen Strategien und hin zu einer globalen, koordinierten Antwort, um auch die schwächeren Länder bei der Bekämpfung des Coronavirus zu unterstützen. „Wenn wir das Virus sich wie ein Lauffeuer verbreiten lassen - besonders in den am stärksten gefährdeten Regionen der Welt - würde es Millionen von Menschen töten“, warnte Guterres. Die Welt sei in der Krise nur so stark wie das schwächste nationale Gesundheitssystem.

Ausgangssperren

Trotz des eindringlichen Appells der deutschen Kanzlerin Angela Merkel zu mehr Disziplin drohen in der Coronakrise größere Ausgangssperren in mehreren Bundesländern in Deutschland. Seit Donnerstag dürfen die Menschen im bayerischen Mitterteich und zwei weiteren Orten bereits nur noch in Ausnahmefällen auf die Straßen. In Frankreich bedauerte Präsident Emmanuel Macron, dass zu viele Franzosen die Ausgangssperre auf die leichte Schulter nehmen. Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus schließen in Frankreich jetzt zahlreiche Strände - darunter auch die Strände an der gesamten Mittelmeerküste.

Wie weiter beim Brexit?

Knapp zwei Monate nach dem Brexit wächst der Druck auf Großbritannien, die Übergangsphase über das Jahresende hinaus zu verlängern. An echte Verhandlungen ist wegen der Epidemie derzeit nicht zu denken. Die Brexit-Übergangsphase kann um zwei Jahre verlängert werden, wenn sich beide Seiten vor Ende Juni darauf einigen. Doch lehnt London eine Verlängerung kategorisch ab.

EU zahlt für Rückkehr TausenderUrlauber nach Europa

Zehntausende Fernreisende aus Europa wollen angesichts der Coronavirus-Krise rasch heimkehren. Das hat die EU-Kommission gestern mitgeteilt und versprochen, einen großen Teil der Kosten zu übernehmen. „Zum jetzigen Zeitpunkt haben bereits mehr als 100.000 Männer, Frauen und Kinder in der Ferne ihren Wunsch geäußert, so schnell wie möglich nach Europa zurückzukehren“, sagte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in einer Videobotschaft.

Italien meldet mehr Tote als China

Italien hat im Zuge der Coronavirus-Pandemie mehr Todesfälle als China gemeldet und ist damit das Land auf der Welt mit den meisten offiziell gemeldeten Toten. Bisher seien 3.405 Menschen gestorben, teilte der italienische Zivilschutz am Donnerstag in Rom mit.

Optimismus in China

Erstmals seit Ausbruch des Virus im Januar meldete China landesweit keine lokalen Neuinfektionen mehr. Es wurden zwar 34 neue Corona-Fälle registriert, die Infizierten kamen aber aus dem Ausland zurück in die Volksrepublik. Die importierten Fälle schüren zugleich die Angst vor einer möglichen zweiten Ausbreitungswelle.

Alle 16 Minuten ein Coronavirus-Toterin Madrid

In der besonders heftig von der Coronakrise betroffenen Region rund um die spanische Hauptstadt Madrid ist allein am vergangenen Montag alle 16 Minuten ein Mensch an dem Virus gestorben. Innerhalb von 24 Stunden habe es 88 Todesfälle rund um die Millionenmetropole gegeben, rechnete die Zeitung „El País“ unter Berufung auf die Behörden vor. Die Region Madrid ist ganz besonders von dem Virus betroffen.

Tirol komplett unter Quarantäne gestellt

Das gesamte österreichische Bundesland Tirol wird ab Mitternacht wegen der Ausbreitung des Coronavirus unter Quarantäne gestellt. „Wir erlassen Quarantäneverordnungen für alle 279 Tiroler Gemeinden. Das bedeutet: Die Gemeinde darf nur dann verlassen werden, wenn es um die Deckung der Grundversorgung geht, um die Daseinsvorsorge oder um zur Arbeit zu kommen - und dann nur zum nächstgelegenen Ort“, teilte Tirols Landeschef Günther Platter am Mittwochabend via Facebook mit. „Sofern es einen Arzt, eine Apotheke, einen Lebensmittelhandel und eine Bank im Ort gibt, darf die Gemeinde für diese Zwecke nicht verlassen werden.“

Produktionsengpässe bei Corona-Tests

Die zur Zeit vorhandene Zahl der Coronavirus-Tests reicht nach Angaben der Pharmaindustrie nicht aus, um wie von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlen weitreichende Tests durchzuführen. „Die Nachfrage übersteigt das Angebot bei Weitem“, sagte der Chef der Schweizer Pharmafirma Roche, Severin Schwan, gestern in einer virtuellen Pressekonferenz des Dachverbands der Pharmafirmen, IFPMA. „Es ist wichtig, dass die Tests zunächst für Risikopatienten und solche mit Krankheitssymptomen sind. Breites Testen ist einfach nicht möglich.“‹

Deutschland schränkt Grenzübertrittsstellen ein

Ab diesem Freitag ist der Grenzübertritt zwischen Deutschland und Österreich, Frankreich, Luxemburg, Dänemark sowie der Schweiz nur noch an bestimmten Grenzübergangsstellen möglich, teilt das deutsche Innenministerium mit. Für Luxemburg gilt das für folgende Übergangsstellen: Perl-Schengen, Echternachbrück, Wasserbilligerbrück, Wincheringen, Wellen und Mesenich.


Die genauen Strecken

unter tinyurl.com/LJGrenzeD