LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

Eine wahre Geschichte: „Free State of Jones“

Gary Ross („Pleasantville“, „The Hunger Games“) inszenierte das Kriegsdrama „Free State of Jones“ nach wahren Ereignissen aus den Jahren 1862 bis 1865, die Zeit des Amerikanischen Bürgerkriegs, auch noch Sezessionskriegs genannt. Während die Nordstaaten gegen die Sklaverei waren, wehrten sich elf südliche Staaten, welche sich als Konföderierten Staaten von Amerika von den Vereinigten Staaten von Amerika abgespalten hatten, mit Waffengewalt gegen die Aufhebung der Sklaverei.

Freie Männer in einem freien Staat

Newt Knight (Matthew McConaughey) kämpft auf der Seite der Südstaaten. Als sein Neffe Daniel (Jacob Lofland) in einer Schlacht getötet wird, desertiert er, um dessen Leichnam zurück nach Hause zu bringen, nach Jones County im Missouri. Er versteckt sich kurz bei seiner Frau Serena (Keri Russell) und seinem neugeborenen Sohn. Als das Kind erkrankt, und da alle Ärzte im Krieg sind, schickt ihm seine Tante Sally (Jill Jane Clements) die Sklavin und Heilerin Rachel (Gugu Mbatha-Raw), die dem Kind helfen kann. Newt ist erbost über die Maßnahmen der Armee, die den Farmern all ihre Lebensmittel beschlagnahmt, was vor dem bevorstehenden Winter den Hungertod für sie bedeutet. Er hilft einer Farmerin (Kerry Cahill) und ihren drei Töchtern, sich gegen die Soldaten zu wehren. Newt wird nun zum Gejagten und muss in die Sümpfe flüchten. Rachel geleitet ihn in sein neues nasses Versteck, wo er von flüchtigen Sklaven umgeben ist, wie Moses (Mahershala Ali), der seine Wunde pflegt, die ihm auf der Flucht ein Hund zufügte. Er behandelt diese Männer jedoch nicht wie Sklaven, sondern wie freie Menschen.

Schließlich gesellen sich noch andere Deserteure zu der Gruppe, die bald so stark ist, dass sie den Kampf gegen die Armee nicht mehr scheut. Sie werden zu einer Art Robin-Hood-Bande, welche die Transporte der Armee überfällt. Weil freie Menschen ein freies Land brauchen, erklärt Next Jones County zu einem freien Staat.

Zwei Geschichten

Regisseur Ross unterbricht stellenweise seine Geschichte, um eine zweite zu erzählen. 85 Jahre nach diesen Kriegsereignissen, wird Davis (Brian Lee Franklin), ein Nachfahre von Newt und Rachel - beide hatten ein Kind zusammen -, angeklagt, eine weiße Frau geheiratet zu haben, was nach dem Gesetz verboten ist, weil er zu einem Achtel schwarz ist! Dieser zweite Erzählstrang nimmt der Hauptgeschichte den Fluss, genau wie eingeblendete Informationen zum Krieg und zu den Gesetzen des Bundesstaates. So sieht sich der Film in kurzen Momenten wie eine Dokumentation an, was aber angesichts der interessanten Hauptgeschichte völlig überflüssig ist. Ross hätte diesen ungerechten Prozess zum Schluss anhängen können, was dann nicht gestört hatte.

Matthew McConaughey spielt den Rebellen mit sehr viel Überzeugungskraft. „Free State of Jones“ ist sicher ein Film, den man sich ansehen kann, wäre aber in einer anderen Form sicher besser geworden.