GREVENMACHER
CORDELIA CHATON

Werbetechnikunternehmen stellt in Grevenmacher Schutzkabinen und –scheiben her

Vergangene Nacht haben die Mitarbeiter von Euroline durchgearbeitet. Denn die Zahl der Aufträge steigt und steigt. Erwin Kellendonk war sich dessen sicher.

Der Geschäftsführer des 1985 gegründeten Unternehmens für Werbeträger hatte vorausgeahnt, dass bald Krankenhäuser, Banken, Supermärkte und Behörden Schutzkabinen und –scheiben würden haben wollen.

Denn Kellendonk hat vor vielen Jahren eine vierjährige Ausbildung zum Rettungssanitäter bei der deutschen Bundeswehr gemacht – im Bereich Seuchenprävention und chemische Angriffe. Daher wusste der Leiter des Betriebs mit 50 Mitarbeitern in Grevenmacher, was mit dem Coronavirus auf die Menschheit zukam.

Spannung am Markt

„Wir haben sofort alles an Material aufgekauft, was wir kriegen konnten. Jetzt haben wir ein paar tausend Quadratmeter auf Lager in verschiedenen Stärken und Größen“, berichtet Kellendonk. Daraus wird er vor allem Schutzkabinen und –scheiben herstellen.

„Die Krankenhäuser wollen mittlerweile eine schriftliche Bestätigung von uns, dass wir liefern“, berichtet er über die Spannung am Markt. Für ihn sind die Kunden aus Luxemburg vorrangig.

Normalerweise stellt euroline Werbeartikel wie Leuchtwerbung, Schriften oder Stelen. Doch jetzt konzentrieren sich alle nur noch auf Corona-Hustenschutzscheiben, die deswegen so gefragt sind, weil das Virus über Tröpfcheninfektion übertragen wird.

„Zuerst hat man gedacht, das Virus überlebt nur acht Stunden. Jetzt geht man schon von 72 Stunden aus. Das hat natürlich auch eine Wirkung hier auf die Öffnung der Ware und Ähnliches“, berichtet Kellendonk, bei dem die Mitarbeiter als Teams in Intervallen arbeiten. Kommuniziert wird nur noch per Whatsapp. Kellendonk ist der Schutz seiner Mitarbeiter wichtig. Die Anfragen die in Grevenmacher ankommen, stammen von Krankenhäusern, Laboren, Testzentren und Infrastruktur-Einrichtungen. Viele kennen den Betrieb bereits, der seit über 30 Jahren schon die Polizei und die Einsatzkräfte beliefert, aber auch Banken, Speditionen oder Krankenhäuser. „Derzeit hat euroline noch Kapazitäten frei sowie ausreichend Material auf Lager, um Unternehmen im Kampf gegen Corona zu unterstützen“, versichert Kellendonk. „Damit werden wir wahrscheinlich noch zwei Jahre zu tun haben“, vermutet der gelernte Rettungssanitäter.