ESCH-ALZETTE
PATRICK VERSALL

Das „Soundcamp“ bereitet junge Musiker auf ihre Konzerte vor

Vier talentierte junge Musiker stehen auf einer Konzertbühne in einem Club und spielen sich die Seele aus dem Leib. Nur bleibt nach dem ersten, dem zweiten und auch nach dem dritten Titel der Applaus des Publikums aus. Wie reagiert man als Musiker in einer solchen, leicht aussichtslosen Situation? Stürmt man von der Bühne und kippt im Backstagebereich eine Flasche Whisky runter? Oder beschimpft man doch lieber die Anwesenden im Innenraum des Konzertsaals ? Weder noch.

Keine Musiker verbal vermöbeln

Das Bühnen-ABC lernen junge Musiker und Bands in dieser Woche im „Soundcamp“-Workshop, das der „Service National de la Jeunesse“ (SNJ) in der Escher Kulturfabrik organisiert. Koordinator des Projektes ist der Schlagzeuger Roger Hamen, der die luxemburgische Musikszene mit geprägt hat.

Bis Donnerstag nehmen sich Hamen und ein paar Kollegen pro Abend während drei Stunden jeweils eine junge Band zur Brust, um sie für den Auftritt auf der Konzertbühne vorzubereiten. Die Atmosphäre sei kollegial, es sei nicht ihre Absicht, die jungen Musiker verbal zu vermöbeln, betont Hamen lachend. Die Bands erhalten Nachhilfeunterricht in Sachen Bühnenperformance und, falls notwendig und gewünscht, auch in Sachen Musikterminologie. „Wir erläutern den Musikern die Rolle eines Produzenten oder Bookers, erklären ihnen, wie man sich an Veranstalter wenden soll“, erklärt Hamen.

Während des Ateliers in der Kulturfabrik erfahren die Bands auch, wie man beispielsweise mit dem Toningenieur vor dem Auftritt kommuniziert.

Vorstufe des „Sonic Visions“

In diesem Bühnenworkshop bekommen die Nachwuchsmusiker auch beigebracht, wo genau ein Verstärker stehen soll, wie die Gitarren gestimmt sein sollen, beziehungsweise wo der Gitarrist stehen soll, damit er noch während des Auftritts mit dem Schlagzeuger kommunizieren kann. „Viele wissen auch nicht, wie ich überhaupt richtig auf einer Bühne stehe. Wir helfen den Jungs und Mädels, das Beste aus ihrem Auftritt herauszuholen“, erklärt Schlagzeuger Hamen.

Wenn die Bands ihre Hausaufgaben in der Kulturfabrik gemacht haben, verfügen sie über das notwendige Basiswissen, um an den profesionelleren Workshops des „Sonic Visons“-Events teilzunehmen.

Drei der sechs Bands bekommen die Gelegenheit, am Samstag auf dem „Soundcamp“-Konzert aufzutreten. Nachmittags gegen 16.00 findet aller Voraussicht nach ein öffentlicher Soundcheck statt.