LUXEMBURG
LJ

Referendum in Leudelingen: 59,41 Prozent der Wähler für Bezirkswechsel der Südgemeinde

Gestern fand in Leudelingen neben der Europawahl auch ein Referendum statt: Die rund 1.400 wahlberechtigten Bürger sollen bestimmen, ob die Gemeinde künftig im Wahlbezirk Süden verbleiben oder in den Zentrumsbezirk integriert werden soll.

Bei der gestrigen Abstimmung waren 59,41 Prozent der Wähler letzterer Meinung. Zustande kam dieser spezielle Urnengang auf Betreiben von „Zesumme fir Leideleng“ (ZfL), in der sich die liberalen Gemeinderäte wiederfinden, die meinen, die Nachbargemeinde der Hauptstadt wäre stärker auf das Zentrum ausgerichtet, als auf den Süden, zu dem sie einst vor mehr als 100 Jahren geschlagen worden war.

Der Vorstoß war zunächst im Gemeinderat abgelehnt worden, ZfL hatten aber genügend Wählerunterschriften gesammelt, um das Vorhaben dennoch durchzusetzen. Die Diskussion um die Wahlbezirke ist aber längst nicht auf Leudelingen - oder auf die Südgemeinde Kopstal-Bridel, wo sich im Oktober 2017 bei einem Referendum eine Majorität von 63 Prozent der Wähler für die Zugehörigkeit zum Wahlbezirk Zentrum entschieden hatte - beschränkt.

„Jetzt gibt es also mindestens zwei Gemeinden, die nicht mehr zufrieden mit der Bezirksaufteilung des aktuellen Wahlsystems sind“, schreibt die ZfL in einer Pressemitteilung, „auch wenn es sich lediglich um ein konsultatives Referendum handelt, appellieren wir an die im Parlament vertretenen Parteien, die Resultate der Referenden in Leudelingen und Kopstal in Betracht zu ziehen. Die Verfassungsreform müsse die Gelegenheit sein, über eine globale Reform des Wahlsystems zu diskutieren, in Betracht der Veränderung der Gesellschaft in den letzten 100 Jahren.