CLAUDE KARGER

Wie war das noch mal? Sofort nach der Europawahl sollte die Kampagne für ein Referendum zur Verfassungsreform beginnen. Selbige ist seit 35 Jahren geplant, seit 15 Jahren wird sie redigiert und liegt seit zehn Jahren als Entwurf vor, an dem eine Menge Institutionen arbeiten, wie das „Land“ gestern in Erinnerung rief. Mehrfach schon wurde verkündet, dass das Ding - ein Kompromiss zwischen den grössten Parteien im Parlament - eigentlich abstimmungsreif ist. Lange schon hatte man mit dem Referendumsgedanken gespielt, aber „die CSV, die die Konstitution stets als Hausordnung des CSV-Staats ansah, verhinderte“ laut „Land“ „während der vorigen Legislaturperiode das Verfassungsreferendum in der Hoffnung, nach der Rückkehr an die Macht den politischen Profit eines erfolgreichen Referendums einstreichen zu können“. Pustekuchen. Aber sperren kann sie das Vorhaben auch weiterhin. Ein Dienst am Land und seinen Bürgern wäre eine solche Haltung freilich mitnichten, die längst überfällige Überholung des Grundgesetzes bis 2023 aus wahlkampftaktischen Gründen zu blockieren. Deshalb: Ein Bekenntnis, schnell, sobald die Arbeiten definitiv abgeschlossen sind . Und dann gemeinsam „aus allen Rohren“ (dixit „Land“) gefeuert, um die Bürger über die Änderungen aufzuklären.