LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

Singer-Songwriter Sven Sauber legt sein Debütalbum „Another Day“ vor

Bislang hielt sich Sven Sauber als Sideman und Sessionmusiker im Hintergrund, arbeitete mit ganz unterschiedlichen Bands wie To Arms Etc, Ophidian oder Carradine zusammen, nun tritt er mit seinem ersten Solo-Projekt selbst ins Rampenlicht. An diesem Samstag stellt der luxemburgische Singer-Songwriter sein Debütalbum „Another Day“ im Kulturzentrum opderschmelz in Düdelingen vor. Wir haben uns im Vorfeld mit ihm unterhalten.

Wie sind Sie eigentlich zur Musik gekommen?

Sven Sauber Ich bin in einer ganz musikalischen Familie aufgewachsen. Meine Eltern haben Musik gemacht, genau wie viele andere Verwandte. Meine beiden Brüder und ich waren ständig von Musik umgeben, natürlich haben auch wir früh ein Instrument erlernt. Ich habe damals mit Saxofon angefangen, weil ich meiner Mutter nacheifern wollte. Als Teenager habe ich dann aber die Gitarre für mich entdeckt.

Wann war für Sie klar, dass es in eine professionelle Richtung gehen sollte?

Sauber Mit 18 oder 19 fiel die Entscheidung, Musik zu studieren. Mein Weg hat mich nach London geführt, wo ich dann auch nach dem Studium geblieben bin, um als Sessionmusiker zu arbeiten. Nach dem Studium hatten sich viele interessante Möglichkeiten ergeben. Einer der Künstler, mit dem ich viel gearbeitet habe, war Matt Henry, ein Grammy-nominierter Musicalakteur, der auch Finalist bei der englischen Version von „The Voice“ war. Auch mit anderen Formationen, wie etwa To Arms Etc, habe ich Konzerte gespielt und Aufnahmen gemacht. Die Zeit in London habe ich sehr genossen.

Für eine bestimmte musikalische Richtung hatten Sie sich da aber noch nicht entschieden?

Sauber Ich bin eigentlich immer noch ziemlich flexibel, dies hauptsächlich wenn ich mit anderen Leuten spiele. Wenn es um meine eigne Musik geht, bevorzuge ich es akustischer und folkiger. Beeinflusst haben mich auch verschiedene englische oder irische Songwriter, die ich vom Ansatz her ganz interessant fand.

In der lokalen Musikszene Londons hatten Sie sich einen Namen gemacht, warum fiel dennoch die Entscheidung, nach Luxemburg zurückzukehren?

Sauber Ich musste damals aus persönlichen Gründen zurückkommen. Bereut habe ich es aber nicht, weil es mir auch hier gut gefällt. Ich war relativ lange weg und dann wirklich positiv überrascht, zu sehen, wie sehr sich die Luxemburger Musikszene entwickelt hatte.

Was hat Sie dazu bewogen, jetzt ein Solo-Projekt anzugehen?

Sauber Ich habe immer schon Musik geschrieben, auch für andere Musiker oder Bands. Darunter sind viele Lieder, in denen ich mich mit sehr persönlichen Sujets befasse. Deshalb habe ich mir gedacht, es wäre nur richtig, daraus jetzt ein Solo-Projekt zu machen, die Songs also aufzunehmen und selbst vorzutragen. Deshalb auch der Titel „Another Day“, um ein bisschen zu zeigen, dass da eine neue Etappe in meinem Leben und meiner Karriere anbricht. Ganz konkret ist das Album letztes Jahr entstanden. Eine gewisse Ansammlung an Liedern hatte ich bereits in petto, andere habe ich für das Album geschrieben. Das Resultat ist wirklich ein sehr persönliches Album. Es geht um eigene Erfahrungen, sei es mit Liebe, mit Herzschmerz oder anderen „Life skills“. Das ist so der rote Faden. Für mich ist „Another Day“ eine Einheit und nicht etwa eine Ansammlung von Singles.

Die Lieder sind etwas schwermütiger, sind Sie mit dieser Formulierung einverstanden?

Sauber (lacht) Das kann man so sagen, es ist keine Party-Musik. Vom Stil her ist es akustisch und folky, wenn man das Album denn in eine Schublade stecken müsste. Eigentlich lasse ich aber alle meine musikalischen Einflüsse einfließen. Natürlich stecken auch Blues- und Jazzelemente drin.

Wird man als Musiker nicht gerne in eine Schublade gesteckt?

Sauber Am liebsten nicht. Ich verstehe aber, woher das kommt. Die Leute haben ihre Vorlieben, mögen also verschiedene Sachen und suchen nach etwas Ähnlichem. Ich sehe Musik eher als großes Ganzes. Für mich ist eigentlich alles ein bisschen „Fusion“, also eine Verschmelzung aller musikalischen Stile besonders der letzten hundert Jahre, die meiner Meinung nach einen Einfluss auf die ganze Entwicklung haben. Es ist immer schwer, eine Überschrift über etwas zu setzen.

Die Frage, was typisch Sven Sauber ist, können Sie demnach auch nicht in einem Satz beantworten?

Sauber Ich sage immer, es gibt ehrliche Musiker und es gibt unehrliche Musiker. Das was ich mache, fällt in die ehrliche Kategorie.

Gibt es persönliche Favoriten auf dem Album?

Sauber Die Songs sind mir alle gleich wichtig, der letzte Titel, „What Have You Got To Lose“, ist aber tatsächlich mein persönliches Lieblingslied. Darin geht es darum, sich neue Sachen zu trauen und keine Angst vor neuen Erfahrungen zu haben, weil man ja an sich nichts zu verlieren hat. Das Album endet also mit einem positiven Ausblick auf das Leben.

Trotz Solo-Projekt sind Sie weiterhin als Sideman und Sessionmusiker unterwegs. Warum ist Ihnen das wichtig?

Sauber Nun, bei jedem Projekt lerne ich auch etwas für mich selbst. Es ist immer schön, einen musikalischen Austausch mit anderen Musikern zu haben, meine Erfahrungen einzubringen und neue zu sammeln. Das bringt mich in meiner eigenen musikalischen Entwicklung weiter. Für mich ist Musik ein lebenslanges Lernen. Man entwickelt sich ständig weiter, das hört nie auf. Und ja, die Miete muss ja auch bezahlt werden.

Könnte ein nächstes Album möglicherweise in eine komplett andere Richtung gehen?

Sauber Das nächste Album ist zum Teil schon geschrieben. Es bewegt sich in einer ähnlichen stilistischen Richtung, obwohl es natürlich auch ein paar neue Momente geben wird. An Inspiration fehlt es mir jedenfalls nicht. Sie schöpfe ich aus dem eigenen Leben und Alltag. Das ist für mich die einfachste Art, zu schreiben.

Was ist denn zuerst da, die Melodie oder der Text?

Sauber Das variiert. Manchmal das eine, manchmal das andere, im Idealfall beides zusammen. Das sind immer die schönsten Momente für mich als Songwriter, wenn alles auf einmal da ist und man das Lied quasi in einer Viertelstunde schreibt. Es kann vorkommen, dass ich plötzlich während der Autofahrt ein paar Textzeilen im Kopf habe. Manchmal setze ich mich aber auch ganz gezielt hin und versuche, das Ganze ein bisschen zu forcieren. Das funktioniert auch zum Teil oder ist zumindest eine gute Übung.

Wird Sie Ihr Weg, noch einmal ins Ausland
führen?

Sauber Man soll ja nie, nie sagen, im Moment bin ich aber ganz zufrieden in Luxemburg und habe nicht vor, in nächster Zukunft auszuwandern.

Wie Sie festgestellt haben, hat sich die lokale Musikszene sehr entwickelt, ist die Konkurrenz dadurch größer geworden?

Sauber Ich empfinde überhaupt kein Konkurrenzdenken. Die Musikszene in Luxemburg ist sehr interessant und qualitativ von hohem Niveau. Im Vergleich zum Ausland - und das kann ich sagen, weil ich lange in London gearbeitet habe - müssen wir uns absolut nicht verstecken. Wie gesagt, sehe ich keine Konkurrenz, vielmehr können wir voneinander lernen und uns gegenseitig unterstützen, was auch sehr viel in unserer lokalen Szene passiert.

Sind Sie eigentlich vor der Albumrelease am 14. März in Düdelingen aufgeregt?

Sauber Das kann ich erst am Tag selbst sagen. Eigentlich war ich aber schon lange nicht mehr für ein Konzert aufgeregt, das ist einfach zu einer solchen Routine geworden… Ob es diesmal anders ist, weil es mein erstes Solo-Projekt ist, weiß ich nicht. Auf jeden Fall freue ich mich sehr auf das Konzert und auch auf das Feedback.

Albumrelease am 14. März um 20.00 im opderschmelz - Infos und Tickets unter www.opderschmelz.lu