JUNGLINSTER
MARCO MENG

Computer begeisterten Robert Weydert immer - Mit seinem Startup geht er nun in die Offensive

Denkt man an Startups, so schwebt einem unweigerlich ein junges Computer-Unternehmen vor, das von Null aus in der Garage gegründet und anfangs von dort aus auch betrieben wurde. Bei CRW (Computers by Robert Weydert) war das tatsächlich so. Jetzt bezog der 28-jährige Jungunternehmer Robert Weydert neue Räumlichkeiten und sprach mit dem „Journal“ über sein Geschäft und das Unternehmerdasein.

Wann kamen sie auf die Idee, das Unternehmen zu gründen und warum?

Robert Weydert: Ich war schon immer computerbegeistert und begann mit neun Jahren, an Computern zu basteln und machte damals meinen Vater wütend, als ich seinen neuen Computer auseinander baute. Seit 2008 begann ich mit der Umsetzung, was damals nicht unbedingt der ideale Zeitpunkt war, denn gerade war Lehman Pleite gegangen und die Finanzkrise brach aus. 2011 habe ich dann das Unternehmen gegründet, aber eigentlich hatte für mich schon immer festgestanden, dass ich und mein eigener Chef sein will. Ein Dasein als Angestellter hätte mich nicht gereizt.

Das heißt, Sie haben als Kind nicht vor dem Computer gesessen, damit gespielt?

Weydert: Eher weniger, ich habe sie meist auseinander geschraubt, um zu sehen, wie man sie schneller macht, wie man ihre Leistung erhöht und so weiter. Später dann auf dem Gymnasium war ich es, der immer nach den PCs geschaut hat. Damals wusste schon jeder aus meinem Umfeld: Wenn es um den Computer ging, konnte er zu mir kommen.

Dann aber eine eigene Firma zu gründen, wie leicht oder wie schwer war das?

Weydert: Ich hatte das große Glück, dass ich zuhause bei meinen Eltern im Keller anfangen konnte und das, was ich nun als Firma umsetze, mehr oder weniger ja immer mein ganzes Leben hindurch als Hobby getan hatte. So hatte ich im Prinzip schon einen ersten Kundenstamm, als ich begann. Ich fuhr zu den Kunden raus, und durch Mund-zu-Mund-Propaganda haben sich meine schnellen, leisen, personalisierten Computer rund gesprochen, so dass die Zahl der Kunden nach und nach wuchs, ohne dass ich groß dafür Werbung gemacht hätte. Das hätte auch gar nicht hätte leisten können. Das meiste, was rein kommt, zumal am Anfang, muss man wieder investieren. Ich kann mich natürlich glücklich schätzen, dass ich immer die vollste Unterstützung meines Umfelds hatte, meiner Eltern, meiner Freundin, obwohl sie alle auch wie jeder andere am Anfang skeptisch waren. Man muss darauf bauen können, dass man einen Freundeskreis hat, der das versteht, wenn man oft nicht verfügbar ist und sehr, sehr lange Arbeitstage hat. Eine Firma aber ohne viel Anfangskapital zu gründen, das ist wirklich nicht so einfach: Für eine S.à r.l. braucht es zumindest 12.500 Euro, die ich nicht hatte, darum begann ich als Indépendant, als Einpersonengesellschaft. Demnächst soll ja in Luxemburg die Möglichkeit bestehen, eine „Société à responsabilité limitée simplifiée“ (SARL – S) für etwa 200 Euro zu gründen. Das ist der richtige Weg. Was aber im Land auf jeden Fall fehlt, sind Mikrokredite. Daran hapert es wirklich. Auch kam am Anfang sofort eine Forderung des Finanzamtes, eine Vorauszahlung auf TVA zu entrichten. Das ist nicht gerade Startup-freundlich.

Was genau macht Ihr Unternehmen?

Weydert: In Deutschland würde man uns als „IT-Systemhaus“ bezeichnen. Wir verkaufen und reparieren Computer, machen Server-Installationen und Wartung, bauen Computer auf Maß um, wie der Kunde sie braucht, und andere mehr.

Warum wurden nun eigene Räumlichkeiten nötig?

Weydert: Nach und nach erweiterte sich das Geschäftsfeld: Nach den Personalcomputern waren zuerst Notebooks hinzugekommen, dann Tablet-Reparatur und so fort, so kam immer mehr hinzu, auch zunehmend professionelle Kunden, so dass ich Ende 2012 damit anfangen musste, einen Mitarbeiter zu suchen, den ich Anfang 2013 auch fand. Ein Vorteil für mich ist jetzt, dass ich mir nun ab und zu ein normales Wochenende leisten kann. Kürzlich kam noch ein weiterer Mitarbeiter hinzu, so dass wir nun zu dritt sind und unseren Service noch erweitern können. Da waren natürlich auch eigene, repräsentative Räumlichkeiten gefragt, die wir hier im Einkaufzentrum in Junglinster fanden, wo wir seit August zu finden sind. Am 3. Oktober wird feierliche offizielle Eröffnung sein.