LUXEMBURG
INGO ZWANK

Es war ein gutes Auto-Jahr: Fegarlux und Adal läuten das 51. Autofestival ein

Der europäische Automarkt kommt langsam aus der Krise. 2014 wurden in Europa erstmals seit Jahren wieder mehr Fahrzeuge verkauft. Dies teilte der Branchenverband Acea jetzt mit. Demnach wurden mit rund 12,5 Millionen Stück 5,7 Prozent mehr abgesetzt als im Vorjahr. Zuletzt hatte es 2007 ein Verkaufsplus gegeben. Den größten Anstieg verzeichnete 2014 Spanien mit 18,4 Prozent. Auch Großbritannien entwickelte sich mit einem Plus von 9,3 Prozent überdurchschnittlich. Schlechter als der Gesamtmarkt schnitten Italien (plus 4,2 Prozent), Deutschland (plus 2,9 Prozent) und Frankreich (plus 0,3 Prozent) ab.

Und wie sieht es in Luxemburg aus?

401.348 Fahrzeuge sind zurzeit in Luxemburg registriert. 53.150 neue Fahrzeuge wurden im vergangenen Jahr neu angemeldet, bilanziert Serge Muller (SNCA). Und der Trend der letzten Jahre setzt sich fort. Die SUV-Zulassungen zeigen weiter nach oben, das Cabrio stellt immer noch das klassische Zweitfahrzeug dar. Hybrid- und Elektrofahrzeuge haben immer noch nicht den gewünschten Stellenwert erreicht, wobei aber der durchschnittliche C02-Ausstoß auf 131,42 Gramm gedrückt werden konnte. Der Neupreis der Fahrzeuge pendelt zwischen 15.000 und 35.000 Euro. Was den Gebrauchtwagenmarkt angeht, zeichnet sich hier weiter der Trend nach Wagen bis zu 5.000 Euro ab, der Durchschnittspreis eines in Luxemburg gekauften Gebrauchtwagens liegt bei 11.300 Euro.

Plus von 6,6 Prozent bei den Verkäufen

„Und ich glaube, mit einem Plus von 6,6 Prozent bei den neu angemeldeten Autos gegenüber 2013 haben wir recht ordentlich gearbeitet“, bilanzierte der Präsident der „Fédération des Garagistes du Grand-Duché de Luxembourg (Fegarlux), Ernest Pirsch, bei der gestrigen Auftaktveranstaltung zum anstehenden 51. Autofestival. Dieses Plus führt Pirsch aber auch mit auf die angekündigte Erhöhung der Mehrwertsteuer zurück.

Pirsch blickte auch etwas auf das politische Autojahr zurück und dankte dem zuständigen Ministerium bezüglich der „Vereinfachung der technischen Kontrolle“, was dem Zeitgeist angepasst wurde. Auch der ausgearbeitete Schutz der Garagisten und Händler mithilfe der Politik wurde ausdrücklich begrüßt. Falls aber eine Besteuerung auf das Leasingwesen kommen würde, „dann entsteht uns ein ökonomischer Schaden von rund 260 Millionen Euro und 1.300 Arbeitsplätze sind in Gefahr.“ Dabei fehlt es immer noch an „an Fachkräften. Der Automobilsektor kann sehr interessante Berufe anbieten, und diesen Bereich müssen wir wieder in die richtige Richtung bringen!“ Pirsch lobte auch die Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften, wo ein Kollektivvertrag ausgearbeitet werden konnte. „Die Vorzeichen stehen gut für ein gutes Autojahr, und wir werden alles daran setzen, für ein interessantes Autojahr zu sorgen.“

Carsharing ist das Zauberwort

2014 war ein gutes Jahr, stellte auch Ed Goedert in seiner Rede heraus. Doch Mobilität wird in unserer Zeit immer schwieriger, stellte der Präsident der „Association des Distributeurs Automobiles Luxembourgeois (Adal)“, Ed Goedert, fest. „Und diesem Problem müssen auch wir uns stellen.“ Carsharing war hier das Zauberwort, das Goedert ansprach. „Daher müssen wir uns auf einen unserer eigenen Schwerpunkte versteifen: Service. Denn ein guter Service verkauft das nächste neue Auto. Der Kunde kommt zu uns, warum sollen wir ihn dann nicht hinter die Kulissen schauen lassen!“ Und dafür ist das Autofestival die beste Gelegenheit.

Der zuständige Minister Bausch (déi gréng) ging in seiner Rede auf seine Priorität „Sicherheit auf der Straße“ ein und schnitt dabei Themen wie die Radaranlagen und auch die Verschärfung im Bereich Punkteführerschein an. Auch soll mithilfe der möglichen Technik wie die „selbstfahrenden Autos“ das menschliche Verhalten als „Fehlerquelle“ ausgeschaltet werden, wie sich Bausch ausdrückte. Was das Null-Emissionsauto angeht, spricht Bausch nicht nur die E-Technik, sondern auch Wasserstoff- und Brennstoffzellenwagen an, wenn eine entsprechende Reichweite gewährleistet wird.

Und auch Carsharing und die Kommunikation im und rund uns Fahrzeug sind Bereiche, denen man sich gemeinsam stellen muss, betont Bausch. Der Minister kündigte an, eine Vereinfachung des „begleitenden Fahrens“ in die Wege zu leiten - und im Alter von 70 Jahren muss man den Führerschein alle fünf, ab 80 Jahre alle zwei Jahre erneuern, sagte Bausch mit Blick auf anstehende Veränderung auf der automobilen Verwaltungsebene.