LUXEMBURG
JEFF KARIER

„Service national de la jeunesse“ zieht Bilanz über die „Antennes locales pour jeunes“

Mit dem Gesetz vom 22. Juni 2017 wurde der Dienst „Action locale pour jeunes“ aufgelöst und die Aufgaben und Kompetenzen an den „Service national de la jeunesse“ (SNJ) übertragen. Hierbei wurden auch die Mitarbeiter übernommen. „Als SNJ hatten wir bereits zuvor ein Angebot, das sich an junge Menschen richtet, die sich zwischen Schule und Arbeitswelt befinden. Unter anderem dadurch haben sich Synergien entwickelt, die den Jugendlichen zugutekommen“, erklärt Georges Metz, Direktor des SNJ. Die so entstandenen zwölf sogenannten „Antennes locales pour jeunes“ (ALJ) richten sich nämlich an Jugendliche, die die Schule abgebrochen haben oder eine schwierige Übergangsphase zwischen Schule und Berufsleben erleben. Diese lokalen Stellen sind Anlaufpunkte für Jugendliche, bilden aber nur einen Teil des Aufgabenbereichs desrALJ ab.

Unterstützung bei der Suche

So wird unter anderem mit Schulen zusammengearbeitet, um das Risiko des Schulabbruchs bei Schülern zu verringern. Es werden Seminare unter dem Namen „Op der Sich no enger Ausbildungsplaz“ (OSNA) für Schulklassen zur Unterstützung bei der Suche nach einer Lehrstelle angeboten. Außerdem organisieren die ALJ in den Schulen Informationsaktivitäten zur Berufsfindung sowie Weiterbildungen für Lehrer.

Auch mit den Jugendhäusern besteht eine enge Zusammenarbeit, um etwa arbeitslose Schulabbrecher, die wenig oder gar nicht auf Hilfsangebote zurückgreifen, zu mobilisieren. Regionale Informations- und Kontaktbörsen werden organisiert und die Informations- und Sensibilisierungsaktivitäten der Jugendhäuser unterstützt.

Möglich ist auch eine individuelle Begleitung der Jugendlichen, bei der Bilanz der jeweiligen Situation gezogen wird. Hierbei werden die schulischen und beruflichen Kompetenzen analysiert, aber auch die Lebenssituation miteinbezogen. Den Jugendlichen werden ihre Möglichkeiten aufgezeigt, mit ihnen ein Aktionsplan ausgearbeitet und unter anderem auch bei Behördengängen unterstützt.

Über eine Liste der Schulabbrecher, die vom Bildungsministerium geführt wird, kontaktieren die ALJ diese Jugendlichen, um sie zu beraten und in die passenden Angebote zu überführen, damit sie wieder die Schule besuchen oder eine Ausbildung beginnen. So wurden im vergangenen Jahr rund 2.800 Schulabbrecher oder Jugendliche, die riskieren von der Schule abzugehen, beraten.

„Einige der Schulabbrecher wollen nicht mehr zurück in die Schule. Für diese bieten wir vorübergehend Alternativen an“, erklärt Metz weiter. Hierzu zählen etwa Ateliers, die sich an Jugendliche zwischen 16 und 30 Jahre richten. In diesen können sie neue Kompetenzen entwickeln und neue Interessen entdecken. 108 Jugendliche nahmen dieses Angebot wahr. „Eine Idee dahinter ist es, die Jugendlichen wieder an einen normalen Rhythmus wie in der Schule oder bei der Arbeit zu gewöhnen, da viele dieser Jugendlichen lange keinen geregelten Alltag mehr hatten“, erklärt Nathalie Schirtz, stellvertretende Direktorin und Verantwortliche der Abteilung „Soutien à la transition vers la vie active“. In den Ateliers werden etwa Taschen, Dekoartikel oder Möbel entsprechend des Upcycling hergestellt. Der Erlös kommt einem guten Zweck zugute.

Eine weitere Option sind freiwillige Engagements. Über eine bestimmte Zeit zwischen drei und zwölf Monate engagieren sich die Jugendlichen Vollzeit für ein gemeinnütziges Projekt, das entsprechend den Kompetenzen und Interessen der Jugendlichen ausgesucht wurde. Von diesem Angebot profitierten im vergangenen Jahr 329 Personen. Auch Schnupperpraktika sind eine Möglichkeit, um so die Jugendlichen bei der Berufswahl zu unterstützen. Hier waren es 205 Teilnehmer.

Hinzu kommt das Pilotprojekt „Parcours formation“. Bei diesem durchlaufen die Jugendlichen während zehn Wochen mehrere thematische Stationen, in denen ihnen etwa soziale, technische, organisatorische sowie kreative Kompetenzen vermittelt werden. „An diesem nahmen in der Periode Mai-Juli zehn Jugendliche teil, von denen acht diese Formation auch abschlossen. Drei von ihnen suchen nun eine Lehrstelle, die anderen fünf wollen sich wieder in einem Lyzeum einschreiben“, führt Schirtz aus. Mit dem „Lycée Bel-Val“ wurde außerdem eine „Classes d’orientation“ organisiert, an der 15 Jugendliche teilnahmen. Von diesen schlossen zehn die Klasse ab und konnten ihre Ausbildungsmöglichkeiten verbessern. Des Weiteren wurden 57 „Job Days“ organisiert, zu denen 1.489 Personen kamen, dazu zählen auch einige Eltern. 107 Mal waren ALJ-Mitarbeiter in Schulklassen unterwegs und führten 115 OSNA-Seminare durch.

Modelle für die Zukunft

„Insgesamt sind wir sehr zufrieden mit der Neuorganisation der verschiedenen Angebote und der hierbei entstandenen Synergien. Für die Jugendlichen gibt es nun eine Adresse, an die sie sich bei Fragen und für Hilfe wenden können und nicht mehr zwei verschiedene“, betont der Direktor . Beratung und praktische Angebote greifen somit besser ineinander.

Mit den „Classes d’orientation“ und den „Parcours formation“ habe man eine Lücke gefüllt. Sie seien Modelle der Zukunft. Daher werde beides ausgebaut. Außerdem wolle man sich für 2019 näher mit den Gründen für Schulabbrüche im Großherzogtum befassen, um so noch effektiver die Jugendlichen unterstützen zu können.

Weitere Informationen zu den verschiedenen Angeboten unter www.alj.lu, www.levelup.lu und www.volontaires.lu.