ESCH/ALZETTE
LIZ MIKOS

Die Francofolies kehren im kommenden Jahr nach Esch-Alzette zurück

Bereits im Jahr 1985 gründete Jean-Louis Foulquier die Francofolies in La Rochelle. Seither verbreitete sich das Festival weltweit rasend schnell und darf natürlich auch im Großherzogtum nicht mehr fehlen. Nach einem stockenden Beginn der Francofolies Esch/Alzette im Jahr 2018, ist die Kulturstadt - in Zusammenarbeit mit ihren zahlreichen, kulturell engagierten Partnern - nun bereit, das Festival im kommenden Jahr mit einem neuen und verfeinerten Konzept auf die Beine zu stellen. Auch Gérard Pont, Direktor der Francofolies in La Rochelle, ließ es sich nicht nehmen, dem Großherzogtum für diese besondere Ankündigung einen Besuch abzustatten. Doch wer zum reinen Konsum hinmöchte, ist fehl am Platz, denn es geht um weitaus mehr. Besucher können sich auf eine lehrreiche Entdeckungsreise durch die Multikulturalität und die frankophone Vielfältigkeit unserer Welt und unseres Landes freuen - und grün wird es auch noch!

Mehr als nur ein Festival

Wer nun denkt das Festival fände täglich am gleichen Ort statt, irrt sich. Ganz Esch verwandelt sich am Wochenende vom 12. bis zum 14. Juni 2020 in ein riesiges, buntes Festivalgelände. Von Konzerten über Theater, Lesungen und Straßenkunst wird die gesamte kulturelle Palette geboten. Neben dem Park „Gaalgebierg“, der Kulturfabrik und dem Théâtre d’Esch-sur-Alzette wird sich auch das Zentrum der Stadt der frankophonen Veranstaltung hingeben und sein multikulturelles Erbe noch mehr unterstreichen. Die Liebe zur französischen Sprache, unseren frankophonen Mitmenschen und Nachbarn, genauso wie deren Kulturen, wird drei Tage lang komplett im Mittelpunkt stehen. Doch zur Kultur gehört weit mehr als nur Kunst. Obschon das Festival natürlich unter anderem die „chanson française“ ehren will, gehört zu dem Ganzen noch sehr viel mehr: Bei den Francofolies und den dazugehörigen Kulturen - frankophon ist schließlich nicht nur Frankreich - geht es um das gesamte „art de vivre“, was auch die Gastronomie und das Lebensgefühl mit einbezieht. Demnach dürfen sich Besucher neben einem breit gefächerten Unterhaltungsprogramm auch auf die eine oder andere kulinarische Spezialität freuen.

Vielfältigkeit wird großgeschrieben

Bei einem solch abwechslungsreichen Wochenendprogramm muss natürlich auch musikalisch gepunktet werden. Obwohl kulturell alles hochgefahren wird, was nur hochgefahren werden kann, liegt es bei einem Festival dennoch an der Zusammenstellung des Line-Ups, ob Leute sich Tickets kaufen wollen oder nicht. Hier schon mal ein kleiner Vorgeschmack auf das, was Gäste im kommenden Juni auf die Ohren bekommen - immerhin startet der Ticketverkauf an diesem Montag, 9. Dezember. Neben nationalen Künstlern treten an den verschiedenen Veranstaltungsorten auch Größen der internationalen Szene auf die Bühne. Neben Véronique Sanson, die ein anderthalbstündiges Set ihrer Bestseller zum Besten geben wird, wird auch Rocker Arno die Besucher des Festivals ordentlich einheizen. Wer den etwas sommerlicheren Klang bevorzugt, sollte die Show von Mayra Andrade auf keinen Fall verpassen. Aber auch internationale Musiker, wie die aus Korsika stammende Izïa oder der südfranzösische Yuzmv, haben ihre Anwesenheit schon bestätigt und freuen sich darauf, die Massen zum Tanzen zu bringen. Wer nun denkt, das sei es schon gewesen, hat die Rechnung ohne die luxemburgische Musikszene gemacht. Während CHAiLD, der mit seinem Hit „Sick Water“ die nationalen Charts sprengte, mit seiner unverkennbaren Stimme punktet, wird Ryvage für Beats sorgen, die selbst den größten Tanzmuffel in Bewegung setzen werden.

Grün, grüner, Francofolies

Vielfältigkeit und Tanzbarkeit reichen dem Festival aber lange nicht aus. Es soll auch noch umweltfreundlich vonstatten gehen. Die Klima- und Umwelt-Debatten sind selbstverständlich bei den Organisatoren der Francofolies Esch/Alzette nicht auf taube Ohren gestoßen. Das Umweltbewusstsein steht bei der Veranstaltung 2020 ganz besonders im Fokus, nicht umsonst wird es mit Stolz das Label „Green Event“ tragen, das vom Umweltministerium vergeben wird. Hier geht es natürlich nicht nur um die wundervoll grüne Anlage des „Gaalgebierg“ und seines Parks, sondern auch um ganz bestimmte Maßnahmen die im Rahmen der Veranstaltung getroffen werden. Die Veranstalter stellen sich bei der Organisation die Frage: Welchen Einfluss hat ein solches Event auf die Umwelt und wie kann man diese reduzieren? Neben dem Ausbau des öffentlichen Transports versichern die Veranstalter, dass auf dem Festivalgelände so wenig Müll wie nur möglich produziert werden wird. „Rien ne sera jetable“, erklärt Loïc Clairet, Koordinator des Projekts. Somit handelt es sich nicht nur um ein kulturelles Event, sondern um ein ausgeklügeltes ökonomisches Projekt

.Vom 12. bis zum 14. Juni 2020, Tickets ab Montag, den 9. Dezember erhältlich unter: www.francofolies.lu