LUXEMBURG
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Statt nach China verkauft zu werden, soll Buche im Bau verwendet werden

 Pierre Goetschy kündigte seine Rede mit dem Titel „Hêtre ou pas hêtre“ an – natürlich ein Wortspiel. Aber eines mit einem ernsten Hintergrund. Denn Luxemburg verfügt über sehr viele Buchen. Diese wurden allerdings bislang vor allem nach China exportiert. Dort entstanden aus dem Holz Möbel, die dann oft wieder zurück nach Europa exportiert wurden.

Goetschy arbeitet als Ingenieur und verantwortlicher Bauleiter. „Wir haben zwei Obdachlosenheime gebaut, bei denen die öffentliche Hand als Bauherr eine Verwendung des heimischen Holzes Buche gewünscht hat“, erzählt er. „Ziel war es, Rohstoffe vor Ort zu nutzen.“

Buche hat in den Augen von Goetschy den Nachteil, dass sie schnell Feuchtigkeit aufnimmt und daher möglichst viele Arbeiten vorab geleistet werden müssen. „Die Buche kommt getrocknet an und hat dann einen Feuchtigkeitsgrad von sieben Prozent“, weiß er. Wenn sie auf einer feuchten Baustelle gelagert werden würde, könne die Feuchtigkeit auf zwölf oder dreizehn Prozent  steigen. „Wenn ein Bauteil von 20 cm Durchmesser drei Prozent mehr Feuchtigkeit aufnimmt, dann beträgt die Zunahme im Durchmesser auch drei Millimeter“, macht er klar. Daher sei es wichtig, möglichst viel vorab in der Werkstatt zu verarbeiten und für die Arbeiten CNC-Maschinen einzusetzen. Dazu sei die Verwendung von Metallteilen sinnvoll.

Wer so vorgeht, hat einen Vorteil. „Buche hält Druck enorm gut stand“, betont der Ingenieur. Buchenpfosten seien beispielsweise mit 235er-Stahlpfosten vergleichbar. Darüber hinaus helfen sie dabei, weniger Rohstoffe zu verbauen. „Mit Buche kann man ein Drittel des für die Baustelle notwendigen Holzes sparen“, gibt Goetschy eine Baustellenweisheit preis.

Die Projekte auf dem Findel waren übrigens so erfolgreich, dass der damalige Holzlieferant Pollmeier seit vergangenen Juli bis zu diesem Sommer rund 2.000 m3 Buche aufgekauft hat – denn der Bedarf steigt. Und es wäre schade, wenn das heimische Holz ausgebucht wäre.