LUXEMBURG
CORDELIA CHATON

Elfy Pins hat mal Kunst unterrichtet, bevor sie über Stationen in New York und Mailand in Luxemburg ihre Event-Seite „Supermiro“ gründete, für die sie schon ausgezeichnet wurde

Zeichnen kann sie und Geschäftssinn hat sie auch: Elfy Pins hat beides kombiniert und eine Webseite mit Tipps zum Ausgehen gegründet. Dafür wurde die ehemalige Lehrerin in diesem Jahr bereits unter die Finalisten zur „Woman Business Manager of the year“ gewählt. „Supermiro“ ist aber nicht nur eine Idee, sondern ein Konzept, das Pins international vermarkten will. Hier erklärt die 33-Jährige, wie das funktioniert.

Frau Pins, was ist das Besondere an Supermiro?

Elfy Pins Wir wollen Informationen zusammenstellen, die für einen Nutzer interessant sind - und für das persönliche Profil. Deshalb haben wir einen Algorithmus erarbeitet, der je nach Wetter, Lust und Vorlieben bei der Suche hilft und sich seine Informationen selbst sucht. Wir arbeiten mit einem geolokalisierten System, so dass wir noch besser Informationen anbieten können. Manchmal ist in der Nachbarstraße was los und man weiß es nicht. Demnächst lancieren wir ein neues Produkt, das noch personalisierter ist. Aber bislang kann man alles auf der Webseite finden, was in Luxemburg los ist; vom leckeren Burger bis zum Spielplatz. Das kommt an.

Wie viele Nutzer haben Sie denn?

Pins Wir haben rund 20.000 Nutzer, die mindestens einmal im Monat bei uns schauen. Ein Viertel von ihnen ist zwischen 20 und 45 Jahre alt. Das ist sehr viel für Luxemburg. Wir haben bislang rund 16.000 Events angekündigt.

Wie funktioniert Ihr Geschäftsmodell?

Pins Wir arbeiten mit zwei Ansätzen: Zum einen Sponsoring von Leuten, die ein Event vorstellen wollen. Zum anderen haben wir normale Werbung, die nicht blockiert wird, aber auch nicht stört, weil sie in kleinen, integrierten Formaten erscheint. Das erreichen wir mit Zeichnungen, immerhin haben wir unsere eigene Bildsprache mit den Zeichnungen, die ich übrigens selbst anfertige. So wirkt sie sympathisch, weil sie sich nicht störend abhebt.
Welche Ausbildung haben Sie?

Pins Ich habe Grafikdesign und Kunst studiert. Dann habe ich bei verschiedenen Unternehmen im Design und Marketing gearbeitet, das reichte von Architekten bis zu Webdesignern. Anfangs war ich drei Jahre als Kunstlehrerin in Frankreich tätig. Später bin ich nach New York und Mailand gegangen und seit 2011 bin ich in Luxemburg. Nach verschiedenen Stationen hier habe ich mich im Januar 2015 selbständig gemacht.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen?

Pins Als ich nach New York kam, habe ich schon an die Selbständigkeit gedacht, weil ich in Frankreich immer BFM.TV geguckt habe und das so spannend fand, was dort passiert. Auch Radiosendungen über Startups haben mir Lust gemacht, es selbst zu versuchen. Aber mir fehlte noch eine Idee. Als ich nach Luxemburg kam, merkte ich, dass mir ein guter Ausgeh-Ratgeber fehlte. Hier kocht jedes Magazin seine Suppe, aber eine wirkliche Übersicht gibt es nicht. Ich verstehe Supermiro als eigene Marke mit einer eigenen visuellen Identität und einem eigenen Auftritt.

Wie finanzieren Sie sich?

Pins Ich habe den Anfang selbst finanziert, dann kamen Einnahmen aus dem Verkauf der Werbung hinzu. Jetzt will ich in Brüssel und Paris expandieren. Dafür brauche ich Geld. Deshalb habe ich jetzt Corporate Investors mit an Bord genommen. Denen hat die Idee gefallen und dadurch, dass ich Finalistin beim Wettbewerb „Woman Business Manager of the year“ war, kennen mich auch mehr. Zum Schulbeginn im September geht es los. Deshalb habe ich auch noch drei Mitarbeiter eingestellt. Bis Jahresende werden noch drei bis vier hinzukommen, vor allem wegen Brüssel. Vorerst sind wir hier im „The office“ aber sehr froh über unser Büro.

Wo kommt der Name her?

Pins Im Französischen bedeutet „être miro“ so viel wie schlecht sehen. Es ist ein Wortspiel, denn wir öffnen unseren Nutzern die Augen.


www.supermiro.com