ESCH/BELVALSIMONE MOLITOR

Sarah und Gert sorgten in der Rockhal für viel Gefühl

Als K’s Choice haben sie sich eine loyale Fangemeinde erspielt: Auch wenn es das Geschwisterduo Sarah und Gert Bettens zwischendurch auf Solopfade zog, blieb ihnen diese Anhängerschaft stets treu. Das konnte man auch am Freitagabend in der Rockhal sehen. Ein bunt gemischtes Publikum wartete ungeduldig darauf, die beiden wieder gemeinsam auf der Bühne zu sehen, diesmal unter dem Bandnamen „Bettens“ und mit neuem Album „Waving at the Sun“, eigentlich ein Soundtrack für einen Dokumentarfilm über eine Antarktis-Expedition.

Gänsehaut ab dem ersten Takt

Gleich zum Auftakt schlug das vierköpfige Gespann (alles einstige K’s Choice-Mitglieder) mit „See“ - einem der Filmsongs - sanfte Töne an. „I see it all in nothing, I see it all“, mehr Lyrics braucht dieser Song nicht, um dennoch aussagekräftig zu sein. Reichlich Gefühl bestimmte dann auch den restlichen Verlauf des Konzerts. Immer wieder wurden melancholische Balladen angestimmt. Bereits im Journal-Interview hatte es Sarah Bettens angekündigt: „This is not going to be a rock show“. Aber wer braucht schon eine Rockshow, wenn er stattdessen eine derart geballte Ladung Gefühl bekommt? Nichts fehlte an diesem Abend. Nicht einmal eine große Band. Etwas Gitarre, ein wenig Schlagzeug, ein bisschen Klavier und ganz viel Stimme. 90 Minuten wohlfühlen, so kann man es zweifelsohne beschreiben.

Instrumentale Exkurse und Greatest Hits

Zwischendurch wurden immer wieder rein instrumentale Parts eingeflickt, bei denen Sarah schon mal Platz am Vibraphon nahm und Gert an der Ukulele herumzupfte oder sich die Mundharmonika zwischen die Lippen klemmte. Schmissigere Nummern waren auch dabei, so etwa „Surrender“, ein munterer Song zum Mitsingen. Genauso wenig durften die größten K’s Choice-Hits fehlen. Bei „Another Year“ oder ganz klar „Not An Addict“ wurde deutlich, wieso das Publikum, das sich selbstverständlich als äußerst textsicher erwies, gekommen war. Der Jubel war dementsprechend groß, als Sarah verriet, dass bald wieder eine K’s Choice-Platte kommt.

Ob nun unter dem Namen „Bettens“ oder „K’s Choice“ es ist und bleibt doch Sarah, die mit ihrer fast hypnotisierenden Stimme hervorsticht, auch wenn man die stimmliche Performance von Bruder Gert beispielsweise bei „Shadow Man“ nicht unerwähnt lassen darf. Beide sind reifer geworden, haben aber immer noch jede Menge Spaß auf der Bühne. Der charakteristische Bettens-Beat ist geblieben, wenn auch unter einer etwas sanfteren Form. Fakt ist, dieses Konzert hat mit Sicherheit niemanden kalt gelassen.