LUXEMBURG
SVEN WOHL

Der Kirchberg soll in absehbarer Zeit nicht nur ein Viertel zum Arbeiten werden

Von allen städtischen Vierteln ist der Kirchberg wohl einzigartig. Allein der Umstand, dass mit gerade einmal 4.000 Einwohnern verhältnismäßig wenig Menschen hier leben, während über 40.000 Personen hier arbeiten, trägt dazu bei. An diesem Ungleichgewicht soll sich, wenn es nach François Bausch (déi gréng), Minister für Mobilität und öffentliche Arbeiten, und Henri Kox (déi gréng), Minister für Wohnungsbau, geht, in den kommenden Jahren viel ändern.

Wachstum in Etappen

Die Weichen hierfür lassen sich leicht stellen. Schließlich befindet sich ein großer Teil der Grundstücke in öffentlicher Hand. Kurzfristig sollen 757 Appartements entstehen, dies in den Bereichen „Réimerwee Est“ und „Réimerwee Ouest“, „Domaine Kiem“ und einer neuen Urbanisierungszone, welche sich südlich entlang der „Avenue John F. Kennedy“ befindet.
Mit Blick auf 2026 sollen dem noch einmal 1.038 Wohnungen folgen, dies in den Bereichen „JFK Sud Zone B“, „Grünewald Ouest“, entlang des „Boulevard Konrad Adenauer“, im Bereich „Laangfur“ und auf dem ehemaligen Gelände von Eurocontrol. Bis 2030 sollen noch einmal 1.360 Wohnungen im Bereich „JFK Sud Zone B“, „Grünewald Ouest“, „Laangfur“, „Rue Tony Rollman“ und „Kuebebierg“ entstehen. Die Urbanisierung der letzten großen Reserve, welche in seiner Gänze dem „Fonds Kirchberg“ gehört, soll 3.127 Wohnungen Platz geben. Dieser Wohnbereich soll mit einem neuartigen energetischen Konzept kombiniert werden, bei dem auf Solarzellen gesetzt wird, um autonom zu bleiben. Dieser Bereich soll auch nicht mit dem Auto erreichbar sein, sondern wird von einer Ausbauphase des Tram angesteuert. Da sich hier der Wohnungsbau in staatlicher Hand befindet, sollen die Preise niedrig ausfallen. Als Ziel setzt man sich, dass 66 Prozent der Wohnungen erschwinglich sein sollen. Dies beinhaltet Quadratmeter-Preise unter 60 Prozent und unter 40 Prozent des Marktpreises. So soll auch die gesellschaftliche Durchmischung des Viertels gewährleistet werden. „Das Gesicht des Kirchberg wird sich bald von einer Satelliten-Stadt in ein urbanes Viertel mit angenehmer Lebensatmosphäre verändern“, so François Bausch auf der gestrigen Pressekonferenz.