DÜDELINGEN
SIMONE MOLITOR

Kulturhaus „opderschmelz“ richtet seinen Fokus erneut auf den Jazz, aber nicht nur

Als erfolgreich und arbeitsintensiv beschrieb Danielle Igniti, Leiterin des Kulturzentrums „opderschmelz“ in Düdelingen, das vergangene Jahr. Wenn man sich die Zahlen anschaut, glaubt man ihr das auch gerne: An 175 Tagen wurde ein Programm geboten. „Dieser Ort ist nicht nur zu Prestigezwecken entstanden, sondern wird tatsächlich genutzt“, betonte Igniti, die sich indes nach dieser Saison als Direktorin von der „opderschmelz“-Bühne verabschieden wird. „Auch wenn Jazz unser Aushängeschild ist und wir uns noch dazu etwas mehr auf zeitgenössisches Theater spezialisiert haben, versuchen wir ein möglichst vielfältiges Programm zu bieten und ein entsprechend breites Publikum zu erreichen. Genau das ist unser Auftrag als regionales Kulturzentrum“, bemerkte sie.

Stabile Besucherzahlen

45 Konzerte, 30 davon im Jazzbereich, wurden 2017 organisiert, neun Theaterstücke aufgeführt, neun Künstlerresidenzen ermöglicht und zu drei CD-Vorstellungen eingeladen. Rund 15.000 Besucher konnten erneut gezählt werden. Im Durchschnitt waren es 115 pro Konzert, fast 400 sogar an jedem „Like A Jazz Machine“-Festivaltag, dagegen nur 23 pro Lesung. „Ich habe mir jedoch sagen lassen, dass dies der nationale Durchschnitt ist“, merkte Igniti an. Klar sei, dass sich die Einnahmen und die Ausgaben nie die Waage halten könnten. 1,8 Millionen Euro seien für das Gebäude und die Gehälter nötig, rund 400.000 Euro nehme man jedes Jahr ein. Ohne die großzügige Unterstützung der Gemeinde würde es nicht gehen.

„Natürlich schmeißen wir das Geld nicht zum Fenster raus. 69 Prozent des Budgets ‚Programmation‘ fließen übrigens in die Gagen der Künstler, wovon die Hälfte aus Luxemburg stammt. Ein großer Teil des Geldes kommt der Luxemburger Wirtschaft wieder zugute. Die Hotelbranche profitiert genauso davon wie Werbeagenturen“, gab sie zu bedenken. Stichwort Werbung: Sie ist im „opderschmelz“ wohl ein Problem, was dazu führt, dass es gelegentlich an der nötigen Visibilität fehlt. „Das Geld, das wir zusätzlich für Werbezwecke ausgeben würden, könnten wir nicht in die Kreation investieren, und diese ist uns sehr wichtig. Die Zusammenarbeit mit anderen Kulturhäusern sowie die Partnerschaft mit Institutionen sind in diesem Kontext von besonderer Bedeutung“, erläuterte Igniti.

Bereits an diesem Freitag steht im Bereich Jazz mit dem Konzert des Trios Fly - Mark Turner (Saxofon), Larry Grenadier (Bass) und Jeff Ballard (Drums) - ein erstes Highlight auf dem Programm. Am 24. Januar wird das Theaterstück „Malaika“ aufgeführt. Eine weitere Auflage des „Kannerbicherdag“ steht am 27. Januar an. „Den Théid gëtt al“ wird am 31. Januar von der „Theater.lu“-Truppe gespielt. Am 3. Februar gibt es mit den „Danceperados of Ireland“ schon mal einen kleinen Vorgeschmack auf das „Zeltik“-Festival im März. Das „Kabaret Peffermill(ch)en“ stellt sein Buch am 8. Februar vor. „Hughie“ von Eugene O’Neill, eine Koproduktion mit der „Canopée Produktion asbl“, wird am 20. und 21. Februar aufgeführt. Der 23. Februar steht dann mit „Criss Cross Europe“ (mit dem Luxemburger Drummer Niels Engel) und dem „Marylin Mazur Special 4“ wieder im Zeichen des Jazz. Am 27. sowie 28. Februar kommen die Kleinen bei „De Momo“ mit den „United Instruments of Lucilin“ und Jules Werner auf ihre Kosten.

Monat März ganz im Zeichen der Frauen

Der Monat März steht ganz im Zeichen der Frauen. „Einen besonderen Fokus richten wir bei unserem ,We love Girrrls!‘ auf die Frauen im Jazz“, bemerkte Igniti. Am 6. März fällt der diesbezügliche Startschuss mit der französischen Kontrabassistin Sarah Murcia. Das „Marly Marques 5tet“ tritt am 14. März auf. Am 20. März ist die Lese-Bühne den vier luxemburgischen Schriftstellerinnen Gintaré Parulyté, Laurence Klopp, Anja Di Bartolomeo und Julie Vinandy-Schmit vorbehalten. Zwei Tage später wird erneut Jazz mit Claudia Solal und Benjamin Moussay geboten. Den Abschluss von „We love Girrrls“ bildet am 27. März das Konzert der südkoreanischen Jazzsängerin Youn Sun Nah.

Am 18. April wird in der DudeLounge ein intimeres Konzert mit Singer-Songwriterin Maria Solheim geboten, während zwei Tage später Richie Beirach solo auftritt und im zweiten Programmteil das Andy Houscheid Trio seine neue CD vorstellt. Am 17. Mai endet die Saison mit Shakespeare, beziehungsweise dem Theaterstück „Mesure pour mesure“ mit unter anderem Jules Werner in einer Inszenierung von Myriam Müller.

Die Festivals „Zeltik“ (März), „Like A Jazz Machine“ (Mai), „Fête de la Musique“ (Juni) und „Summerstage“ (Juli) befinden sich außerdem bereits in Ausarbeitung.

Alle Details unter www.opderschmelz.lu