LUXEMBURGPATRICK VERSALL

Die „Association Luxembourgeoise des Entraîneurs de Football“ (A.L.E.F.)zählt über 120 Mitglieder

Als gestern Abend die luxemburgische Fußballnationalelf ihr EM-Qualifikationsspiel gegen Slowenien, den Spitzenreiter ihrer Gruppe bestritt, stand, neben den elf Spielern auf dem Rasen, auch Nationaltrainer Luc Holtz im Fokus. Holtz ist einer von über 400 Fußballtrainern, die in Luxemburg Woche für Woche auf dem Trainingsplatz junge wie ältere Fußballer fit machen, damit diese am Wochenende und manchmal auch unter der Woche während 90 Minuten physisch wie taktisch auf der Höhe sind. 120 Trainer sind zurzeit in der „Association Luxembourgeoise des Entraîneurs de Football“ (A.L.E.F.) vereint, 1976 wurde die Organisation gegründet. Vor ein paar Jahren zählte die Vereinigung noch mehr als doppelt so viele Mitglieder, „damals waren es um die 260“, erinnert sich Egide Thill, der Schriftführer der Trainervereinigung.

Vor ein paar Jahren stand die A.L.E.F. allerdings auch vor dem endgültigen Aus, weil drei Vorstandsmitglieder beschlossen hatten, ihre Ämter niederzulegen: Präsident, Sekretär und Kassenwart.

Nur Mitglieder mit Trainerschein

Ein Anliegen des aktuellen Vorstandes ist es, die Sichtbarkeit der Vereinigung in der Öffentlichkeit zu steigern, Fußballern wie auch Fußballfreunden ihre Tätigkeitsbereiche vorzustellen und auf diese Weise neue Mitglieder zu bekommen. „Wir stellen fest, dass unsere Internetpräsenz viel dazu beiträgt, dass sich Trainer bei uns melden, um der Vereinigung bei zu treten“, preist Thill die Vorteile des weltweiten Netzes. Die Homepage hat sich mittlerweile zu einer beliebten Pinnwand entwickelt, auf der Trainer, die einen neuen Club suchen, ihre Anzeigen posten. „Die Vereine greifen gerne auf dieses Angebot zurück“, betont Thill. Die allermeisten Trainer finden in Luxemburg schnell einen neuen Club, Torwarttrainer würden besonders schnell verpflichtet werden, berichtet Thill.

Die A.L.E.F.-Mitglieder sind heute häufig Ansprechpartner für Trainer, die sich in der Ausbildung befinden. Die Mitgliedschaft richtet sich an alle Trainer, die im Besitz eines Trainerscheins sind, ein C-Schein reiche aber aus, betont Thill. Mit dem C-Schein können Männer wie Frauen zum Beispiel Jugendmannschaften der Altersklassen „Bambinis“ und „Pupilles“ trainieren und betreuen.

Die A.L.E.F. würde es begrüßen, wenn im gesamten luxemburgischen Fußball nur noch Trainer mit Schein auf dem Fußballplatz arbeiten und an der Seitenlinie coachen würden. Insbesondere in der höchsten luxemburgischen Spielklasse, der BGL Ligue, sollen die Trainer über die nötigen Trainerscheine verfüge, die sie demnach für die Arbeit auf diesem Niveau qualifizieren .

Ausbildung zahlt sich aus

Die A.L.E.F. pocht darauf, dass qualifizierte Trainer auch im Jugendfußball zu Regel werden sollen. Viele Vereine würden erkennen, dass sich die Ausbildung der Trainer auf Dauer auszahle, unterstreichen Thill und Roger Spautz, der beigeordnete Schriftführer. Gleichzeitig bedauert die Trainerorganisation aber, dass es nach wie vor viele Clubs in Luxemburg gibt, die sich nicht bewusst sind, dass ein qualifizierter Trainer die Qualität und Leistung einer Mannschaft steigern kann. Es sei für manche Vereine einfacher und kurzfristig auch günstiger, sich jedes Jahr aus Söldnern ein neues Team zusammen zu bauen, anstatt sich einen qualifizierten Trainer zu leisten, bedauern die Verantwortlichen der A.L.E.F..

Für Vereine, die ihre ersten Mannschaften mit Söldnern bestücken, wird es irgendwann schwer werden, Jugendtrainer zu finden. Meistens übernehmen Spieler des ersten Teams schon während oder nach ihrer aktiven Karriere die Leitung eines Jugendteams. Söldner hätten kein Interesse, sich im Jugendbereich ihres Clubs zu engagieren, erklären Till und Spautz. Zwischen der A.L.E.F. und dem nationalen Fußballverband FLF gibt es keine Meinungverschiedenheiten: „Wir liegen heute mit der FLF auf einer Linie“, bekräftigen Thill und Spautz.


alef.lu/de-DE