CLAUDE KARGER

Das letzte Referendum hätte dem mehr Zukunftsdebatte fordernden „Wort“-Leitartikler, „auch bewiesen, wie begrenzt das Verständnis der großen Zusammenhänge zuweilen ist, dass die hiesigen und heutigen Rentner sich auf Kreuzfahrtschiffen die Außenkabine leisten können, dass beim Staat immer weiter gut bezahlte (und Luxemburger vorbehaltene) Stellen geschaffen werden, dass in der Dienstleistungsbranche hingegen kaum noch Luxemburger arbeiten und somit die Brötchen beim Bäcker auf Französisch zu bestellen sind“. Naja, letzteres ist natürlich klischeehaft, eine Reisereporterin der „Berliner Zeitung“ schwärmte kürzlich gar: „jede Bäckersfrau switcht mühelos zwischen Luxemburgisch, Französisch, Deutsch und Englisch“. Ein wenig enttäuscht war sie zwar schon, dass Luxemburg „geradezu altmodisch unspektakulär“ sei, „liebevoll gepflegt“ zwar, „mit großartigen Weinen und Crémants, aber ohne Berge, ohne Meer oder sonstige rauschende Urlaubs-Attraktionen“. Zum Glück gibt es noch die Ureinwohner, „überaus liebenswürdige, freundliche, offene Menschen, anscheinend frei von Dünkel“, gerne mal auf der „belsch Plaasch“ oder der „Päischtcroisière“ unterwegs. Hätte man der Dame die Pasta Asciutta unseres Ersten Bürgers kredenzt - das Rezept entlockte RTL dem Mars am Samstag - sie wäre sicher noch hingerissener gewesen.