LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

Die Flüchtlingsthematik in eindringlichen Bildern und Fotografien im Kulturzentrum „Neimënster“

Das Kulturzentrum „Neimënster“ widmet sein aktuelles Programm der Flüchtlings- und Migrationsproblematik, die nicht nur in Konferenzen und Theaterstücken, sondern auch in eindringlichen Ausstellungen thematisiert wird. Gelegenheit, sich drei temporäre Expos anzuschauen, bietet sich noch bis Freitagabend und nach der Feiertagspause dann wieder ab dem 3. Januar, dann allerdings nur noch für kurze Zeit.

„Culture under Attack“

Welche Gründe führen zur bewussten Zerstörung von Kulturstätten? Im Vorderen und Mittleren Orient ist das Weltkulturerbe besonderen Risiken ausgesetzt, viele einzigartige Monumente und historischen Objekte wurden während bewaffneter Konflikte bereits zerstört. Zufall war es nicht, vielmehr der Versuch oder Willen, eine gemeinsame Geschichte und damit Identität auszulöschen. Die Fotoausstellung „Culture under Attack“ widmet sich genau diesem Thema. Sie kann noch bis zum 5. Januar besichtigt werden.

„Flüchtlinge - Eine Herausforderung für Europa“

Wer sind diese Menschen, die ihre Heimat verlassen und ihr Leben auf hoher See riskieren, um nach Europa zu kommen? Die „Boat People“ kommen in der Anonymität an und hinterlassen an den Stränden ein Meer aus Schwimmwesten. Und dann? „Flüchtlinge - Eine Herausforderung für Europa“ lautet der Titel einer Ausstellung mit Fotografien der renommierten Fotokünstlerin und Journalistin Herlinde Koebl. Sie spürt den Schicksalen von Flüchtlingen in Deutschland, Griechenland und Italien nach. Ihren fotografischen Blick richtet sie dabei sowohl auf die Masse als auch auf das einzelne Individuum. „Flüchtlinge - Eine Herausforderung für Europa“ ist vielmehr eine außergewöhnliche Dokumentation - Videos und Interviews gehören ebenfalls dazu - als eine schlichte Fotoausstellung. Zu sehen ist sie noch bis zum 8. Januar.

„Parasite Paradise“

Und was verbirgt sich hinter dem Titel „Parasite Paradise“? Eine Antwort auf diese Frage findet man beim Besuch der gleichnamigen Kunstausstellung mit Werken der drei Künstlerinnen Désirée Wickler, Nathalie Noé Adam und Olga Karpinsky. Für Wickler ist der Wald in der Nacht ein Mysterium, das oft benutzt wird, um die Urangst des Menschen zu symbolisieren. In ihren Bildern verschwimmt alles in einem Grauschleier, sodass aus Tieren und Menschen unheimliche Wesen werden. In den Arbeiten von Karpinsky bildet der menschliche Körper den Ausgangspunkt. Sie nutzt die Technik des Gaufrierens; eine Drucktechnik, die es erlaubt, reliefartige Motive auf Papier, Karton oder Stoff einzuprägen. Adam lässt den Menschen in ihren Bildern mit der ihn umgebenden Natur verschmelzen. Verdeutlichen will sie, dass die Natur eine potenzielle Gefahr für den Menschen darstellt - und umgekehrt natürlich -, er sich aber gleichzeitig auch danach sehnt, mit ihr zu verschmelzen. „Parasite Paradise“ läuft noch bis zum 5. Februar.

Weiter Infos unter www.neimenster.lu