LUXEMBURGPATRICK VERSALL

„Interferenzen“von Caroline Behrendt und Franck Miltgen im Konschthaus „Beim Engel“

Knapp 16 Stunden vor der Vernissage der Ausstellung von Caroline Behrendt und Franck Miltgen ist die Galerie „Beim Engel“ noch nicht bereit, die Eröffnungsgäste zu empfangen. Einige Tableaus des Luxemburgers sind an Bilderhaken befestigt worden, andere wiederum liegen noch auf dem Fliesenboden, umgeben von Werken der Deutschen.

Planänderung

Miltgen steht neben einem Werkzeugkasten, der Elektrobohrer liegt griffbereit daneben. Im Eingangsbereich der Galerie stehen die Eltern der deutschen Kunstschaffenden und begutachten einige Arbeiten des Luxemburgers. Behrendt ist hochschwanger, konnte die Reise ins Großherzogtum nicht antreten, um heute Abend mit Miltgen die „Interferenzen“-Ausstellung zu eröffnen. Bei der Expo handele es sich um eine lang geplante Zusammenarbeit, erklärt Miltgen, während er ins Untergeschoss der Galerie hinunter steigt, wo unter anderem 100 Skizzen hängen.

Andere Formen

Seit einigen Jahren tauschen sich die beiden aus, schicken sich ihre Arbeiten gegenseitig zu. Jeder arbeitet in die eigene Richtung, die Ergebnisse der einzelnen Arbeitsprozesse werden in dieser gemeinsamen Ausstellung zusammen geführt.

In gewisser Weise handele es sich um ein physisches Experiment, merkt der Luxemburger mit einem leichten Schmunzeln an, man werde sehen, ob die Arbeiten der beiden zusammen funktionieren. Miltgen stellt etwa 30 Werke seiner „Distortions“-Reihe aus. Auf verbogenen Blechflächen trug er Formen auf, deren Ursprung in der islamischen Geometrie liegen. Irgendwann habe er Ausschau nach Formen gehalten, die noch nicht allgegenwärtig in der europäischen Kunst gewesen seien, erklärt Miltgen, auf seine Skizzen blickend, die Wahl seiner Motive. Die Skizzen sollen, laut Miltgen, dem Betrachter helfen, die ausgestellten Werke zu entschlüsseln.

Öffnungszeiten: Dienstags bis sonntags 10.00-12.00 und 13.30 - 18.30 Konschthaus Beim Engel; 1, rue de la Loge; L-1945 Luxembourg