LUXEMBURGCHRISTIAN BLOCK

Nationale Drogenberater aus den EU-Staaten in Luxemburg

Inzwischen hat sich dieser Termin während den wechselnden EU-Ratspräsidentschaften etabliert: Zweimal im Jahr treffen sich die Drogenbeauftragten der EU-Mitgliedstaaten zum Austausch über aktuelle Themen und Strategien zur Drogenbekämpfung. In den vergangenen beiden Tagen waren die 28 nationalen Drogenkoordinatoren in Luxemburg. Am Montag hatten Gesundheitsministerin Lydia Mutsch und Dr. Alain Origer, der nationale Drogenbeauftragte, das Forum eröffnet, um zu zeigen, dass Präventionsarbeit in Luxemburg auf allen Ebenen stattfindet. Gestern besuchten die Drogenbeauftragten unter anderem das „Abrigado“. Die kombinierte Struktur in Bonneweg bietet neben einem Drogenkonsumraum auch einen Spritzenaustausch, gibt Rat und Orientierung und bietet gleichzeitig Schlafmöglichkeiten an. So genannte Fixerstuben gibt es in etwa sechs anderen europäischen Staaten. Großes Interesse am luxemburgischen Modell zeigt Frankreich. In Bordeaux, Straßburg und Paris sollen solche Zentren entstehen. Origer sagte gestern, dass es eine Partnerschaft zwischen Frankreich und Luxemburg geben werde, um diese Projekte zu begleiten.

Was Luxemburg angeht, ist in Esch/Alzette eine zweite „Fixerstuff“ geplant, die das „Abrigado“ entlasten wird. Mehr als 200 Personen suchen das Gebäude in der „Route de Thionville“ täglich auf. Das Konzept des „Abrigado“ beruht auf dem persönlichen Kontakt und dem Austausch. Die Entscheidung, zum Beispiel eine Therapie zu machen, muss allerdings vom Kunden ausgehen, wie gestern betont wurde. Mit der Visite habe man zeigen wollen, wie man in der „Fixerstuff“ mit den Leuten arbeite, erklärte Origer.

Zu den Prioritäten der luxemburgischen Ratspräsidentschaft gehört unter anderem das Thema Missbrauch von psychoaktiven Medikamenten wie Beruhigungsmitteln, der in Europa alarmierende Dimensionen annehme.

Andere Prioritäten sind die Festlegung gemeinsamer Normen, was die Behandlung von Drogenabhängigen angeht und die Einrichtung eines Mechanismus in Europa, der es erlauben soll, neue Substanzen unter ein vorläufiges Verbot zu stellen, während diese analysiert werden. Zu diesem Zweck hat Luxemburg eine EU-Direktive vorgeschlagen. So soll schneller auf neue synthetische Drogen reagiert werden können, die auf den Markt kommen.

Darüber hinaus wird unter dem luxemburgischen Ratsvorsitz die außerordentliche Sitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen zum Thema Drogen vorbereitet, die im April 2016 stattfinden wird.