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„LOIVÓS“: Vier Freunde auf musikalischer Reise

Die neue luxemburgische Post-Emo Band „LOIVÓS“, bestehend aus Philipp Noppeney (25), Michel Hubert (26), Christian Lage (24) und Gilles Dax (25), legt viel Wert darauf, sich Zeit für die Erschaffung ihrer Musik als auch für sich als Freunde zu nehmen. Nach der online Release ihrer Single „Vicious habits“ am 14. März arbeiten sie nun an weiteren Songs und an ihrer EP-Release. Im Interview erzählen „LOIVÓS“ über kreative Rückzugsorte, Authentizität und DIY-Spirit.

Wer ist „LOIVÓS“?

Philipp Noppeney Die Band besteht aus Christian, Gilles, Michel und mir. Diese Konstellation könnte einigen vielleicht bekannt vorkommen. Das liegt daran, dass drei von uns schon zusammen bei den „Five Cent Cones“ gespielt haben. Bei „LOIVÓS“ bin ich der Sänger, der Leadgitarrist und ich schreibe die Texte. Gilles ist der Drummer, Michel der Gitarrist und Christian der Bassist.

Warum habt ihr denn eine neue Band gegründet, wenn die Konstellation fast die Gleiche ist?

Philipp Die neue Band ist dadurch entstanden, dass wir in den letztenzwei Jahren sehr viel Musik miteinander gemacht haben und gemeinsam an neuen Liedern gefeilt haben. Um dieser Mühe und Arbeit gerecht zu werden, machte es einfach mehr Sinn, das Ganze unter einem neuen Namen zu veröffentlichen. Zudem waren wir damals 16, als wir mit den „Five Cent Cones“ angefangen haben. Wir waren damals in einer anderen Lebenssituation als heute und ich denke, dass sich das auch in der Qualität unserer neuen Lieder widerspiegelt.

Was bedeutet „LOIVÓS“ denn eigentlich?

Christian Lage Der Name ist am kleinen, portugiesischen Dorf Loivós inspiriert. Hier wurde meine Mutter geboren und mein Vater verbrachte hier seine Jugend. Wir vier nehmen das Dorf als einen sehr speziellen Ort wahr. Seit einigen Sommern kommen wir regelmäßig hier hin um uns Zeit für kreative Prozesse zu nehmen.

Philipp Loivós ist für uns ein kreativer Zufluchtsort, eine andere Welt die sehr rural und einfach ist. Hier finden wir sehr gerne zusammen, um Musik zu machen. Dies hat uns so positiv geprägt, dass wir den Namen für die Band zurückbehalten haben.

Letzten Monat habt ihr eure erste Single „Vicious Habits“ veröffentlicht. Von welchenlasterhaften Gewohnheiten handelt das Lied?

Philipp Es geht um Lebenserfahrungen und darum, wie man in einer menschlichen Beziehung manchmal die Tendenz dazu hat, in seiner Komfortzone zu bleiben statt im richtigen Moment richtig zu handeln. Manchmal scheint es einfacher, nichts zu sagen und Konfrontationen zu vermeiden. So kommt es dann oft vor, dass sich Probleme akkumulieren und die Beziehung einem nicht mehr gut tut.

Christian Viele haben die Gewohnheit, Sachen zu ertragen um die Beziehung aufrechtzuerhalten. Dies kann dann sehr schlecht sowohl für die Freundschaft als auch für die Personen selbst sein.

Woher nehmt ihr denn die Inspiration für eure Lieder?

Philipp Die Inspiration kommt hauptsächlich aus unserem Leben. Oft handeln die Lieder von bestimmten Lebenssituationen, die eine Person durchleben kann. Wir versuchen, ein breites Spektrum an Emotionen zu bearbeiten. Zudem geht es um Themen, die uns beschäftigen: um unsere Gedankenwelt, menschliche Beziehungen und andere Erfahrungen, die wir machen.

Wie würdet ihr eure Musik beschreiben?

Philipp Wir haben uns dazu entschieden, unser Genre mit „Post-Emo“ zu definieren.

Christian Ich finde es allerdings schwer uns einzuschätzen, da wir schon eine eigene musikalische Identität und einen eigenen Sound haben. Es ist ein hybrides Projekt, da wir sehr unterschiedliche Musik hören die uns inspiriert und die in unsere eigene Musik mit einfließt. Wir sind sehr offen für Neues.

Philipp Viele Leute sagen wir würden immer noch ein bisschen wie „Biffy Clyro“ klingen. Ich denke, dass dies jedoch weniger der Fall ist, und wir uns eher in der Richtung von „I The Mighty“ oder „Nothing But Thieves“ bewegen. Zudem ist unsere Musik sehr melodisch, was natürlich typisch für das Emo-Genre ist.

Was könnt ihr zum Entstehungsprozess eurer bevorstehenden EP erzählen?

Philipp Bis jetzt haben wir alles mit einem gewissen DIY-Spirit gemacht. Wir arbeiten viel mit Christophe Becker zusammen, der wie ein fünftes Bandmitglied für uns ist. Er hat uns zu einem nicht insignifikanten Teil produziert und mit uns gearbeitet. Im Sommer haben wir dann vier Lieder aufgenommen. Ich denke, dass wir diesen Sommer die Lieder als eine EP rausbringen werden.

Christian Der DIY-Vibe repräsentiert uns gut. Das Video zu „Vicious Habits“ hat zum Beispiel unser Drummer Gilles selbst gemacht und geschnitten. Auch dadurch hoffen wir, dass es uns gelungen ist, ein authentisches Video zu drehen, in dem wir uns den Leuten zum ersten Mal genau so vorstellen können, wie wir auch sind. Unser nächstes Video steht uns auch bevor.

Philipp Ja, das Video ist ein Projekt zwischen der Asbl. „Avalanche Production“ und uns, für welches wir vom SNJ und von einer „Crowdfunding“-Aktion unterstützt werden. Wir werden gemeinsam ein Video drehen, das einen cinematographischen Charakter haben wird und welches über Trauer, Zweifel, Einsamkeit, Freundschaft, aber auch von Liebe handelt. Das Video kommt am 16. Mai raus.

Was kann man sich in Zukunft noch von euch erwarten?

Christian Wir versuchen, uns nicht zu viele Gedanken um die Zukunft zu machen. Aktuell ist es bei uns so, dass zwei von uns in Brüssel sind, einer in Köln studiert und der vierte in der Schweiz arbeitet. Es sind also noch einige Fragen über unsere Zukunft offen, die sich jedoch in den nächsten Monaten klären werden.

Philipp Wir fahren sehr bald nach Südfrankreich um wieder an unserer Musik zu arbeiten. Zudem möchten wir die anderen Lieder herauszubringen und hoffen, unsere EP im Hochsommer dem Publikum vorstellen zu dürfen. Bis dahin wollen wir noch mehr Lieder schreiben, um ein tolles Set zu haben. Es ist uns auch wichtig, jetzt so viele Konzerte wie möglich zu spielen, sei es in Luxemburg oder im Ausland, damit wir uns einen Namen machen können und uns als Liveband etablieren.