LUXEMBURG
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Die Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas läuft der Detroit Auto Show den Rang ab

Die einst auf Unterhaltungselektronik ausgerichtete „Consumer Electronics Show“ CES ist in den vergangenen Jahren immer mehr zu einer Automesse geworden. Mercedes zeigte hier den futuristischen Konzeptwagen F015, Volkswagen die Bulli-Nachfolgevision Budd-e. Traditionell liegt der Fokus in Las Vegas auf vernetzten Autos und dem autonomen Fahren. In diesem Jahr sind unter anderem Audi, Daimler und Ford wieder dabei - sowie junge Konkurrenten wie Byton, von dem Neues zu dem vor einem Jahr vorgestellten Prototypen eines Elektro-SUV erwartet wird. Zudem geht es um smarte Infrastruktur am Straßenrand, die mit Fahrzeugen kommunizieren kann.

Damit läuft die CES anderen Messen den Rang ab. „Sie hat alle Automessen ins Abseits gestellt“, urteilt Prof. Ferdinand Dudenhöffer, Automobilexperte aus Deutschland. Einen Grund dafür liefert er gleich mit: „Die Produktechnik steht im Mittelpunkt und wird heute anders definiert.“ Genau deshalb sei die CES das Aushängeschild für Hersteller und Zulieferer geworden.

Gleichzeitig kämpft die „North American International Auto Show“ (NAIAS), umgangssprachlich als Detroit Auto Show bekannt, die kurz nach der CES vom 14. bis 27. Januar stattfindet, um ihr Überleben. Detroit, Sitz der heimischen Automobilgiganten General Motors, Chrysler und Ford, ist die Automobilstadt in den USA schlechthin, leidet aber seit Jahren unter Wegzug und gehört zu dem durch die Deindustrialisierung betroffenen „Rust Belt“. Jetzt soll eine Verlegung die Messe retten. Sie soll ab 2020 im Juni stattfinden, also einige Monate nach der CES. Doch ob das reicht? Auch andere klassische Automessen leiden, unter anderem die IAA in Frankfurt. Das Konzept scheint immer weniger zu ziehen in einer Welt, in der es eher um Mobilität als um Marke geht.

Früher stand Stahl im Mittelpunkt, leistungsstarke Motoren, präsentiert von jungen Frauen in körperbetonter Kleidung. Heute geht es um Technik für alle. Da wirken die bisherigen Automessen antiquiert, findet der Automobilexperte. „Internet of Things, 5G, Machine Learning und Künstliche Intelligenz sind nur einige Beispiele für Anwendungen“, zählt Prof. Dudenhöffer auf. Während die CES nur wenige Tage dauert und Fachbesucher anspricht - rund 180.000 werden erwartet, davon 7.000 Medienvertreter - ist die Detroit Auto Show ein zweiwöchiges Massenevent mit rund 800.000 Besuchern.

Auf der CES wird einiges in Richtung Auto geboten. So stellt Bosch sein elektrisches Shuttle mit integriertem Service vor. Conti erklärt, wie Kreuzungen durch intelligente Technik sicherer werden sollen. Schaeffler zeigt, wie man die Ausfallsicherheit erhöhen kann und ZF führt ein Konzeptfahrzeug vor, das autonomes Fahren mit Hilfe von künstlicher Intelligenz lernt. BMW zeigt ein autonom fahrendes Motorrad, Audi den e-tron, ein elektrisches SUV. Auch Honda, Kia und Toyota sind vor Ort.

Automotive von Luxemburger Start-ups

Unter den 16 Start-ups, die in Las Vegas am Luxemburger Gemeinschaftsstand vertreten sind, arbeiten auch einige im oder für den Automobilsektor wie der Carsharer Carvroom, der Bildspezialist ClearImage oder der Telematic-Spezialist Motion-S.