LUXEMBURG
CORDELIA CHATON

Neue Ideen für ein erfolgreiches Matchmaking-Konzept

Das Arrangement von Gesprächen zwischen Unternehmen auf großen Messen ist seit 15 Jahren eine Erfolgsgeschichte, die unter dem Namen B2fair läuft. Sie soll jetzt ausgeweitet werden. „Wir wollen die Möglichkeit nutzen, Unternehmen aus der Großregion auf großen Messen wie beispielsweise der Hannovermesse zu pushen“, erklärt Sabrina Sagramola. Sie leitet seit vielen Jahren das „Enterprise Europe Network“ der Handelskammer Luxemburg.

Die Idee kam auf, als eine grenzüberschreitende Delegationsreise stattfand. „Vergangenes Jahr waren wir dort, jetzt kommen die Unternehmen hierher“, erklärt die Managerin. Sie kann sich sowohl spezielle Präsenzen auf Messen wie der Hannovermesse vorstellen, als auch spezifische Aktionen. Angedacht ist beispielsweise eine engere Kooperation mit dem Saarland in Sachen IT-Sicherheit. Unternehmen dieser Branche könnten auf großen Messen gemeinsam auftreten. Oder aber es könnten auf großen Messen spezielle Touren stattfinden. Schon heute ist es so, dass auf solchen Messen schon geführte Touren für Besucher angeboten werden. „Warum also nicht eine Tour beispielsweise zu zehn oder 15 Unternehmen des IT-Bereichs aus der Großregion?“, fragt Sagramola. Der Grundstein zu dieser Idee wurde während der Luxemburger Ratspräsidentschaft gelegt. Auf der gestrigen ICT Spring diskutierten über solche Ideen Karin Schintgen, CEO House of Start-ups, Fabrice Genter, Präsident der Industrie- und Handelskammer Mosel aus Lothringen, Großregionsministerin Corinne Cahen und Sagramola.

Die b2fair-Plattform bezieht in der vierten Auflage 28 Länder und mehr als 250 Unternehmen ein. B2fair ist ein internationales Matchmaking-Konzept, das „Business to Fairs“ bedeutet. Es wurde 2004 im Rahmen eines EU-Projektes entwickelt und fortgeführt. Heute wird es immer mehr von den Mitgliedern des „Enterprise Europe Networks“ europaweit und weltweit in Anspruch genommen.

Das 2008 gegründete Netzwerk ist in jeder Region oder zumindest jedem Land der EU präsent, insgesamt in über 60 Ländern weltweit mit 600 Kontaktinstitutionen und nicht weniger als 4.000 Experten, die den Unternehmen zur Seite stehen. Seine Aufgaben: Informationen zur Verfügung stellen, Unternehmen beim grenzüberschreitenden Geschäft begleiten, die Internationalisierung fördern, auf Hindernisse dabei aufmerksam machen und Innovation sowie den Zugang zu Finanzierung fördern. In Luxemburg beruht das EEN auf einer strategischen Partnerschaft zwischen der Handelskammer, der Handwerkskammer und Luxinnovation. Bei der Handelskammer stehen den Unternehmen sechs und bei den anderen beiden je vier Experten zur Verfügung.