CLAUDE KARGER

Da zeigt sich der CSV-Justizminister mal fortschrittlich indem er vorgibt, endlich Gas geben zu wollen bei der Reform des Nationalitätengesetzes und schon nimmt der kleine Koalitionspartner ihm das übel. Obergenosse Alex Bodry befleißigte sich gestern in einem mit „Zurück in die Zukunft?“ überschriebenen Gastbeitrag im „Lëtzebuerger Land“, Biltgen den Wind aus den Segeln zu nehmen. „Nachdem die CSV 2008 noch auf einer Mindestaufenthaltsdauer von sieben Jahren bestanden hatte, steht nun eine Verkürzung auf fünf Jahre zur Debatte, so wie es die LSAP ursprünglich gefordert hatte“, erinnert der oberste Sozialistenmensch. „Insgesamt sieht sich die LSAP nach dieser ersten Evaluierung des Gesetzes von 2008 in ihren Bedenken von damals bestätigt. Einige Hürden und Barrieren, die die CSV aus übertriebener Vorsicht (oder war es elektorales Kalkül?) in die Gesetzgebung eingebaut haben wollte, erweisen sich im Nachhinein als überflüssig oder gar kontraproduktiv“. Elektorales Kalkül? Waren die Sozen damals nicht in der Regierung und hätte sich nicht eine Majorität gefunden, die CSV-Hürden nieder zu stimmen? Wie auch in anderen gesellschaftspolitischen Fragen, in denen wir schon viel weiter sein könnten. Wohlan denn!